Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Donnerstag 20.09.2018

Vorbildlich und eindrucksvoll

Gelderländer Schützen für die Zukunft gut gewappnet.


Auch unsere Schützenkameraden in den Nachbarländern kämpfen mit den Veränderungen der Neuzeit und einem daraus resultieren, nicht immer positiven, Image der Schützen.
Vor 10/15 Jahren hatten auch viele Gelderländer Schützen den Niedergang ihres Brauchtums vor Augen.
(Gelderland = Provinz in der östlichen Mitte der Niederlande mit der Hauptstadt Arnhem. Weitere große Städte sind Nijmegen und Apeldoorn)

Unter der Führung von Wim Sanders geht man heute neue Wege, wie man beim Verbandstag in Pannerden am 9. September 2018 gesehen hat, sogar sehr erfolgreich.
Unglaublich viel Jugend, Akzeptanz und Begeisterung bei der Bevölkerung ist, tolle Stimmung, so kann man diesen Tag zusammenfassen.

Was aber hat sich in diesen zehn Jahren gewandelt?
Wim Sanders gab uns im Gespräch die Erklärungen: „… bei uns findet jeder eine Heimat, alle dürfen mitmachen!“ sagt er.   So wurde das Angebot der Vereine erweitert.
Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob Majoretten, Fahnenschwenkerzüge oder auch Show & und Drumbands zum Angebot eines Schützenvereins gehören sollen.
Fakt ist: dafür gibt es zahlreiche Interessenten. Diese bekommen Kontakt mit den Schützenvereinen und ziehen oft weitere Familienmitglieder hinterher.
Ein doppelter Gewinn, denn mit diesem bunten und farbenprächtigen Bild in den Festzügen, findet man Anklang und Begeisterung bei der Bevölkerung.

Noch etwas ist besonders und deutlich sichtbar.

Von den rund 37.000 Gelderländer Schützen sind inzwischen gut 30 % weiblich!
„Wir sind im Moment dabei, das die letzten Gilden den Weg hierfür frei zu machen und ihre Statuten zu ändern“ erklärt Wim Sanders und verweist darauf, dass dieses zum Teil für die Gilden sehr schwer ist.
„Unsere Gilden sind zum Teil seit 400 / 500 Jahren der festgelegten Satzung gefolgt – das ist ein Umbruch ohnegleichen“ ergänzt er wertschätzend.

Redaktionelle Anmerkung: vor 500 Jahren war das Bild der Frau innerhalb der Gesellschaft auch ein völlig anderes. (ohne jegliche Rechte)
Auch daher resultieren Schützenvereine als reine Männergesellschaft – obwohl in den Ursprüngen auch Frauen als Bogenschützinnen und Marktenderinnen dabei waren.
Es wird Zeit, sich den heutigen Gegebenheiten anzupassen. Meiner Meinung nach gehört die Frau heute gleichberechtigt an die Seite des Schützen und nicht versteckt in den Hintergrund.
Rene Krombholz.

30% weibliche Mitglieder, das sind rund 15.000 Frauen.
Abgeschafft wurde damit weitgehend auch das Bild der ewig trinkenden Schützen. Eine Männergesellschaft mit Alkoholkonsum und Uniformen wird von der Öffentlichkeit anders wahrgenommen als friedlich wirkende Paare.
Das ebnete letztlich auch den Weg in die Gesellschaft, bis in die Schulen, mit denen man heute intensiv zusammenarbeitet.

Letztlich führt dieser Imagewandel auch zu einer anderen Selbstakzeptanz.
Marschiert wird grundsätzlich über die volle Straßenbreite, kein Zentimeter Platz wird verschenkt, das wirkt! Gefeiert wird mitten im Ort, man zeigt sich und der ganze Ort feiert mit.
Ob Festzug oder Schießwettbewerbe, ob Marktenderinnen oder Königspaare, ein Platz auf der Bestenliste winkt jedem. Alles wird als Wettbewerb ausgeführt, das spornt an, erzeugt Freude und Spannung.

Ein wunderschöner Tag, der nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Nachmachen anregt. Kompliment an dieser Stelle an die Gelderländer Federation für solch gute Arbeit

 

 


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