Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Donnerstag 20.08.2020

2020 Medebach - und es geht doch!

Schützenfest 2020 - alles ist anders....


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Schützenfest in Medebach, für uns seit vielen Jahren ein Highlight im Schützenjahr. Nun, 2020 ist alles anders, wir hören und lesen massenweise von ersatzlosen Absagen - teilweise sogar aller Aktivitäten. Medebach ist anders, nicht nur zum Schützenfest, sondern auch jetzt. So machte der Verein in den sozialen Medien neugierig und den Mitgliedern ein besonderes Angebot.

Unter dem Hashtag „Alles was Ihr braucht“ für das Schützenfest daheim, wurde Schützenwurst im Pack (5 Stück 5,- €) oder der Kasten frisches Veltins (24x0,33) plus Gewinnlose zu 15,- angeboten.
Für alle, die nicht ganz auf Schützenfest verzichten und stattdessen daheim, auf Balkon oder im Garten, zusammen mit Familie oder Freunden, feiern wollten.

Der Medebacher Vorstand war sich bewusst, dass die Mitglieder Motivation, Input und Führung erwarten. Man war nicht gewillt, das Ganze einfach nach dem Motto „abwarten und Tee trinken“ hinzunehmen, sondern will die Gemeinschaft zusammenhalten.

Schützenverrückt wie es Medebach nun mal ist, war es nicht verwunderlich, dass rund 800 Kisten Bier und zahllose Würstchen ihre Abnehmer fanden. Gut organisiert, mit Ein und Ausfahrt, konnte alles am Schützen Drive- In an der Schützenhalle abgeholt werden.

Ähnlich positiv erlebte auch der örtliche Einzelhandel wie umsatzfördernd solche Aufrufe sein können. Die Veltins Brauerei, als Partner Medebacher Schützen meldete erfreut das fast die Hälfte des Bierumsatzes vom Medebacher Schützenfest gerettet wurde. Schön, wenn unter dem Aspekt des Feierns und der Freude auch Nachhaltigkeit entsteht. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist für viele Unternehmen jeder Euro wichtig, genauso wie auch die Auftrieb gebende Freude für die Menschen, die unter den derzeitigen Bedingungen leiden.

„Es gibt wohl kaum einen Garten oder ein Wohnzimmer, wo in diesen Tagen nicht Menschen zusammensitzen und Schützenfest feiern!“ sagte uns Christina Vesper, Tochter des Ehrenhauptmanns des Medebacher Vereins. Und so erlebten wir es auch, Tische und Bänke wurden nach Draußen gestellt, kleine Schießstände und Grillstationen aufgebaut um endlich mal wieder Familienmitglieder und Freunde begrüßenzu können. Der Verein hatte den Anstoß gegeben, letztlich wurden aber viele Geburtstage, Jubiläen und sonstige Anlässe gefeiert.

Bis 50 Personen erlaubt das Land in den Regeln zur Pandemiebekämpfung, Masken sind im privaten Raum keine Pflicht, ein gewisser Abstand ist empfohlen wobei wir aber auch wissen: im Freien sinkt die Infektionsgefahr rapide. So wurde gegessen, getrunken, Allerorts ordentlich gefeiert. Als wir nach Mitternacht zu unserer Herberge wanderten, schallte aus allen Ecken, Gärten und Wohnungen Musik und Fröhlichkeit.

Sonntagmorgen der traditionelle Fest Gottesdienst, ebenfalls den Regeln entsprechend, die Kirche leider recht spärlich besucht. Ein besonderes Highlight war wieder einmal die Kranzniederlegung am Ehrenmal. Insbesondere die, vom 1. Vorsitzenden Thomas Van Dycke vorgetragene Rede, die unsere Deutsche Geschichte, wie aber auch die Gegenwart deutlich und herausfordernd ansprach.

„Unsere Alten haben genügend gelitten, waren weggesperrt, dann sollen Diese wenigstens zum Schützenfest eine kleine Freude erleben!“ das war die einstimmige Meinung des Medebacher Vorstands. So spazierte der Medebacher Musikverein in lockerer Form zum Altenheim und ließ dort etwas Freude in den Alltag der Senioren einkehren.

Zu einem „Frühschoppen in der Corona-Zeit“ hatte der Vorstand in die Schützenhalle geladen. Rund circa 40 geladene Gäste fanden sich ein, um gemeinsam einige schöne Stunden miteinander zu verleben. Dort in der Halle war in diesen Tagen auch das Media Zentrum des Vereins zu Hause. Michaela Schröder und Sebastian Sauren sorgten für Abwechslung und Highlights auf allen Onlinekanälen der Medebacher Schützen. Filme aus vergangenen Jahren waren zur Freude Aller aufgearbeitet und online gestellt worden. Sie brachten schöne Erinnerungen in die Gärten und Wohnzimmer.

Es ist immer wieder schön Freunde und Bekannte wiederzusehen um mit ihnen schöne Stunden zu verbringen. Allein der Gedanke „was wäre wenn“ (Corona nicht mehr wäre) ließ das Ganze etwas schwermütiger werden. Der Gedanke, jetzt gerade im Festzug zu laufen oder den neuen König in der Halle zu bejubeln, der Wunsch richtig fröhlich zu sein aber es jetzt nicht so richtig zu können, das ließ das Ganze zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle werden.

„Wo sind wir gelandet?“ fragte ich mich persönlich einige Male, denn mir ist bewusst, dass dieser Zustand noch andauern wird – einfach weil wir keinen Impfstoff haben. Dieser wiederum fehlt, trotz deutlicher Warnung vieler Wissenschaftler seit über zehn Jahren, weil Gelder und Mittel dafür nicht zur Verfügung gestellt werden konnten. Auch das ist eine Folge des von Thomas van Dyck angesprochenen Verhaltens bei Konsum und Wirtschaft. Multinationale Konzerne, die hier Milliarden Gewinne erzielen aber betrügen, tricksen und kaum einen Cent ins Allgemeinwohl investieren sind bei uns Verbrauchern hoch im Kurs. Aber sie bringen mehr Schaden als nur den Nutzen vermeintlich kleiner Preise. Die Zeche zahlen wir jetzt!

Es war ein schönes Wiedersehen, ein schönes „Schützenfest“ Dazu gehörten 2020 auch viele Momente mit Tränen in den Augen. Man vermisst, was einem am Herzen liegt und das tut weh! Vielleicht ist es aber auch gut, dies einmal so deutlich gezeigt zu bekommen und zu spüren.


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