Sein bruderschaftliches Dienst-Jubiläum „25 Jahre Bezirksbundesmeister“ sieht Horst Thoren mit einem Schmunzeln. Er hat eine Schützenscheibe malen lassen, die ihn in froher Runde zeigt, Aufschrift: „Zum Schießen: 25 Jahre Bundes-Horst“. Sich selbst nicht ganz so wichtig nehmen. Das ist eine der Grundeigenschaften des 56jährigen Korschenbroichers. Er hat Jura studiert, den Journalismus erlernt, aber trotz der akademischen Bildung und seiner beruflichen Karriere nie die Bodenhaftung verloren.
Der Bruderrat hat das besondere Jubiläum zum Anlass genommen, seinem „Chef“ herzlich zu danken und ihm das Bruderkreuz, die höchste Auszeichnung der Schützenbruderschaften Mönchengladbach, Rheydt und Korschenbroich, zu verleihen. Die Lobrede auf Horst Thoren hielt die frühere Oberbürgermeisterin Monika Bartsch, die ihn bestens kennt, sehr schätzt und betont, kaum ein anderer lebe das Leitwort „Bruder sein ist mehr“ mit so viel „Herz, Seele und Verstand.
Das sagte Monika Bartsch bei der Ehrung:
Horst Thoren, wurde 1958 in Korschenbroich-Pesch geboren, und durchlief dort die Grundschule. Zur weiterführenden Schule wechselte er nach Mönchengladbach, machte am Gymnasium am Geroweiher sein Abitur und studierte Jura an der Uni Köln.
Seine Liebe zur Bruderschaft entdeckte er bereits in jungen Jahren bei vielen Feierlichkeiten in Korschenbroich, eingebetet in eine traditionsbewusste christliche Familie, in der die Sorge und das Kümmern um den Mitmenschen selbstverständlich war und tatkräftig gelebt wurde.
1982, Horst Thoren war in diesem Jahr bei seinem Vetter, Bezirkskönig Günter Thoren, Standartenträger, ist er dem damaligen Bezirksbundesmeister Willi Metzer sehr positiv aufgefallen. Willi Metzer erkannte das besondere Talent und die Hingebung von Horst Thoren zu diesem großen Brauchtum und berief ihn ein Jahr später bereits in den Bruderrat.
Das von ihm 1986 organisierte Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften in Mönchengladbach-Rheydt forderte von ihm viel Mut, Kraft und Durchsetzungsvermögen. Alles lief glatt und wurde ein großer Erfolg.
Schnell wurde er schon mit hohen Auszeichnungen des Bundes versehen und keiner ahnte, dass er bereits 1988 – also mit gerade mal 30 Jahren – zum Bezirksbundesmeister gewählt wurde, ein Amt, das er bekanntlich bis heute mit viel Tatkraft und Freude ausübt. In den darauffolgenden Jahren scharte er eine Gruppe Bruderratsmitglieder unterschiedlichen Alters – von 30 bis weit über 70 Jahren – um sich, die ihm auf den verschiedensten Gebieten und mit unterschiedlichsten Talenten zur Seite standen. Stellvertretend sei hier Heinz- Josef Schillberg erwäht, der ihm bis zu seinem Tode ein verlässlicher Stellvertreter war.
Traditionen, wie das Sommer – und das Winterbrauchtum sind wichtig für das Leben und das Miteinader in einer Stadt. Aber diese Traditionen müssen sich weiterentwickeln. Sie bieten Halt und Fundament, lassen uns Kraft aus Vergangenem schöpfen, Kraft, aus der Neues entstehen kann. Neues Leben, neue Aktivitäten, die die gesellschaftlichen Veränderungen entsprechend erkennt und zukunftsweisend in das Brauchtum einbezieht und weiterentwickelt.
Hier war und ist Horst Thoren besonders ideenreich. Immer wieder neue Aktivitäten und sinnvolle Veränderungen ins Leben zu rufen, sind für ihn Motor, seine Zeit und Kraft immer wieder neu für das Gelingen vieler Aufgaben in den Bruderschaften, aber auch in andere gesellschaftliche Bereiche unserer Stadt einzubringen:
- Das Stadtschützenfest ist zu einem Spektakel geworden, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist.
- Er organisiert das „Fest am Dicken Turm“, lädt zum „Schmausen im Dicken Turm „ein.
- Der Bezirksverband hat mit sehr intensiver Betreuung durch Horst Thoren bereits acht Bücher herausgebracht – von wissenschaftlichen Werken zur Schützengeschichte (wie „Bruder sein ist mehr“ oder „Schützen, Glanz und Gloria) über Kinderbücher (wie „MuTIG und der Königsvogel“ und „Simsalabumm“) bis zu Ratgebern (wie „Schützen-Knigge“ und „Schützen-Fitness-Trainer“).
- Besonderen Wert legt Horst Thoren darauf, Kinder fürs Brauchtum zu begeistern. So gibt es neben den Kinder- und Jugendbücher, altersgerecht und schön bebildert, CDs, die Handpuppen Schützen–Willi und Schützen–Lilli, eine Kinder-Königskiste für die Kindergärten und vieles mehr.
Die einmalige Kombination aus historischem Wissen, einer stark ausgeprägten Liebe zur Heimat und seine unvergleichliche Fähigkeit, Menschen zu begeistern und zusammenzubringen, befähigten ihn im Jahre 1988 zur Organisation des ersten Rheydter Schlossfestes. Mit Unterstützung der RP gelang es ihm innerhalb kurzer Zeit, die verschiedenen Ebenen der Mönchengladbacher Bürgerschaft für das Projekt und schlussendlich für die Gründung des Vereins „Rettet Schloss Rheydt“ zu motivieren. Zusammen mit gewichtigen Mitstreitern wie Bernd Gothe, Heinz Feldhege, Manfred Verleysdonk und weiteren Persönlichkeiten dieser Stadt, schaffte es Horst Thoren unglaubliche 1,77 Mio DM Bürgergeld zu sammeln, und das Schloss konnte so wirklich gerettet werdenIm Bruderschaftswesen wurde Horst Thoren auch überörtlich aktiv (er gehört seit 1990 dem Präsidium des Bundes an) und mit hohen Auszeichnungen geehrt. Eine der höchsten Auszeichnungen des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, „der goldene Stern zum Sankt-Sebastianus-Ehrenkreuz“ wurde ihm bereits 2004 verliehen.
Aber auch auf Europaebene im Präsidium und im Ritterrat wurde sein Wissen, seine besondere rheinische Art der Problemlösung und seine Einsatzfreude immer wieder gefragt – sei es bei der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) oder bei der Ritterschaft vom Heiligen Sebastianus in Europa. Dafür wurde er mit dem Verdienstkreuz in Gold ausgezeichnet.
Über die Europa-Schützen bekam Horst Thoren Kontakt zu echten Kaiser- und Königshäusern, knüpfte Verbindungen zu Prinzen und Prinzessinnen – ja bis hin zum Papst nach Rom. Aber, bei all seinen Kontakten, seinen Beziehungen zwischen Korschenbroich – Mönchengladbach und Europa ist er bodenständig geblieben. Er setzt seine zahlreichen Fähigkeiten dazu ein, Freunden zu helfen, Menschen beizustehen, und die Grundwerte einer traditionell gewachsenen, christlich – bürgerlichen Gemeinschaft im Verein mit vielen Freunden zu fördern und persönlich vorzuleben.
Freunde kennen seinen Ausspruch, wenn er wieder mal mit schwierigen Aufgaben konfrontiert wird. Mit dem Schlachtruf: „Mir bleibt aber auch nix erspart“, begibt er sich spontan, aber wohlüberlegt, ans Werk. Und so ist dieser Ausruf für so manchen Ratsuchenden nicht nur eine erlösende und hoffnungsvoll klingende Worthülse, sondern er kann sich darauf verlassen – bei Horst Thoren folgen Taten!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich hoffe, ich konnte Ihnen verständlich machen, warum der Bruderrat Horst Thoren in besonderer Weise Danke sagt für seinen großen Einsatz für die Bruderschaft und für das Gemeinwohl in unserer Stadt in der Vergangenheit und der Gegenwart, natürlich verbunden mit der Hoffnung auf weitere gute Zusammenarbeit in der Zukunft. Das Bruderkreuz in einer Sonderedition hat Horst Thoren verdient, denn „Bruder sein ist mehr.“