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Brempt vereint...

Schützenwesen wie es sein soll


Brempt – ein kleiner Ort auf halber Strecke zwischen Mönchengladbach und Roermond, kaum 86 Mitglieder stark – liefert an diesem Wochenende ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie lebendig, kreativ und gemeinschaftsstark das Schützenwesen im Jahr 2026 sein kann.

Das heutige Event - weshalb wir angereist sind, ein Schlepper-Treffen (Schlepper = alte historische Traktoren) entpuppt sich allerdings als alles andere als klein. Über 30 sehenswerte Fahrzeuge, eine riesige Hüpfburg, Vergnügungen für die Kleinen, Imbiss, Gastrozelt, Pavillons, Losbude… das ist schon recht ordentlich. Bei uns fasst jeder mit an, erklärt Ralph Arntzen Groh und lobt hierbei ganz besonders die Jungschützen, die uns gerade eben am Pavillon ein kühles Bier servieren.

Wir erfahren, dass hier alles - vom auf bis zum Abbau, Getränke, Imbiss, WC, also wirklich alles, aus eigenen Reihen gestemmt, sprich erarbeitet wird. Und das nicht zum ersten Mal, dieses Treffen gibt es schon seit über zehn Jahren. Das ist nicht ohne, denn schließlich kommt die Organisation und Vorbereitungszeit dazu.

Warum tut man sich das an, fragen wir und erfahren, der zu erwartender Gewinn zur Finanzierung des Schützenfestes verwendet wird. Nicht nur das - mittlerweile sogar verwendet werden muss, denn die Kassen sind mittlerweile überall leer.

Auch bei den Vereinen und den Mitgliedern. Es häufen sich in dieser Zeit die Austritte, weil die Mitgliedsbeiträge nicht mehr für alle finanzierbar sind. In diesem Falle müssten die zu erwartenden ca 5.000 € Gewinn für das Schützenfest durch einen höheren Mitgliedsbeitrag von jährlich rund 60 € zusätzlich finanziert werden. So hat man sich entschlossen dann lieber ein Wochenende im Jahr die Ärmel hochzukrempeln.

So schaffen die Brempter das, was einen Verein auch ausmachen soll, nämlich zu vereinen. Nicht nur die eigenen Mitglieder, die durch die Arbeit im Team auch zusammenwachsen, sondern auch die Bevölkerung, die hier eine willkommene Abwechslung sieht. Letztlich folgt man auch dem lokalen Gedanken und erreicht Landwirte und Unternehmer aus der ganzen Region. Ein vorbildlicher ein hervorragender Gedanke vorbildlich ausgeführt.

Ein weiteres Highlight ist das Frühstück am Sonntag. Alle Schützenfrauen bestücken gemeinsam das Büffet, welches dann für Jedermann gegen einen kleinen Obolus offen ist.

So kann Schützen Wesen auch funktionieren. Das Schlepper-Treffen in Brempt ist ein Musterbeispiel dafür, wie Schützenwesen im 21. Jahrhundert funktionieren kann:

- Tradition bewahren,
- Gemeinschaft stärken,
- Eigeninitiative zeigen,
- finanzielle Verantwortung übernehmen,
- die Region einbinden,
- Jugend aktiv fördern.

Ein kleines Dorf, eine kleine Bruderschaft – und ein großes Zeichen für das Schützenwesen in Europa.

https://www.youtube.com/shorts/UqmzKXXv6Pc