Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Sonntag 30.04.2017

Das Schützenwesen

Tradition und soziales Miteinander in der Gegenwart:

Als einzige bürgerliche Vereinigung überstanden die Schützen in ungebrochener Tradition
vom Mittelalter bis heute den Wechsel der Zeiten. Von Anfang an haben sie, wie wir es heute nennen, demokratische Prinzipien vertreten.

Die Schützenvereine und Gilden überstanden die Jahrhunderte, Kriege, Hunger-, und Krisenzeiten und blieben bis in die heutige Zeit dem sozialem Miteinander verbunden. Der Glaube an Grundwerte und an das Miteinander hat die Zeiten überdauert.

Soziales Miteinander und Wirken in Richtung Allgemeinwohl stehen nach wie vor im Vordergrund und bestimmen den Alltag des Schützenlebens. Beides ist in der Tradition der Schützen verankert.


  • „Schützen schützen“

    Die oft unauffällige, stille Hilfe vor Ort,

  • Am Anfang stand der Schutz

    Zur Geschichte des Schützenwesens

  • ZEITREISE

    Als Modul für Ihre Homepage

  • Renaissance

    Die Menschen des Mittelalters glaubten, die Erde sei eine Scheibe. Amerika war noch nicht entdeckt, der Buchdruck noch nicht erfunden, nur 20% der Bevölkerung konnte lesen. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen lag bei 44 Jahren.

    Nach der Finsternis und dem Elend des ausgehenden Mittelalters folgte das Zeitalter der Renaissance (zu deutsch: Wiedergeburt) Die Menschen besannen sich frühere Werte, es folgte ein geistiges Erwachen, der Humanismus wurde zur machtvollen, geistigen Strömung jener Zeit.

    Hier wurden Ethik, Bildung, Sprache und der Mensch selber in den Vordergrund gestellt. So ist es nicht verwunderlich das viele Bruderschaften und Schützengilden hier ihren Ursprung finden – treffen sich doch an dieser Stelle Zeitgeist und sozial geprägte Statuten.Schützen – das älteste Netzwerk der Welt

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  • Das Heilige Römische Reich

    Das Heilige Römische Reich: zerstritten, zerstört, zerfallen.

    Von der Blütezeit des Mittelalters war nicht mehr viel übrig geblieben. Auch das heilige römische Reich deutscher Nation, wie es genannt wurde, war dem Niedergang geweiht.
    Kriege, Streitigkeiten, Fehden kosteten zahllose Menschenleben, versetzten die Menschen in Angst und Schrecken – fürwahr unruhige und schreckliche Zeiten….

    Im Sächsischen Bruderkrieg 1446 bis 1451 ging es um die wettinischen Herrschaftsgebiete
    Der Dreizehnjährige Krieg , auch Preußischer Städtekrieg genannt, dauerte von 1454 bis 1466.
    Die Münsterische Stiftsfehde 1450 - 1457 Streit um die Besetzung des Bischofstuhls in Münster
    Die Mainzer Erzstiftsfehde kriegerischer Konflikt um den Stuhl des Mainzer Erzbischofs. 1461/1462
    Der Pfaffenkrieg 1467 - 1479 Konflikt zwischen dem Königreich Polen und dem Deutschen Orden.
    Der Hessische Bruderkrieg von 1469 war der Höhepunkt von Erbstreitigkeiten.
    Die Kölner Stiftsfehde 1473-1480 gewann zeitweise eine europäische Dimension.

    Eine der größten und blutigsten Schlachten des Mittelalters: das Treffen bei Worringen am 5.6.1288 war die Folge des 6jährigen Limburger Erbfolgestreit.

    In der Soester Fehde 1444-1449 kämpften auch die Bürgerwehren um die Unabhängigkeit der Stadt.

    Die Verluste an Menschenleben und durch verheerende Zerstörungen durch Brandschatzungen und Plünderungen waren unermesslich.



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  • Europa in Flammen

    Das späte Mittelalter war voller Kriegswirren. Nicht nur im Deutschen Reich, sondern überall in Europa gab es Kämpfe.

    Zwischen 1378 und 1417 kämpften nicht weniger als acht Päpste und Gegenpäpste um den Stuhl Petri, den Kirchenstaat und um Rom. Hinzu kamen eine Vielzahl rivalisierender weltlicher Herrscher die ihre Interessen mit Macht durchzusetzen versuchten. Die Truppen der jeweiligen Herrscher waren mit Pferden und zu Fuß unterwegs, um sich zu ernähren wurde meist geplündert und gebrandschatzt.

     

    28 Jahre dauerte der Appenzeller Krieg (1401-1429) bei unseren südlichen Nachbarn.
    Die Hussitenkriege 1419 bis 1434 bzw. 1439 waren religiös bedingt.

    Die Burgunderkriege tobten zwischen 1474 und 1477 im Westen.
    Die Russisch-Litauischen Kriege flammten von 1368 bis 1570 immer wieder auf

    Als Hundertjähriger Krieg wird die Zeit von 1337 bis 1453 bezeichnet in welchem sich England und Frankreich um die Thronfolge stritten und der durch Jeanne d'Arcs eine historische Wende nahm

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  • Niedergang

    Gegen Ende des Mittelalters und mit Beginn der Neuzeit, wurde der Kontrast zwischen arm und reich immer deutlicher. Überall gab es Monarchien, deren Macht sich seit dem 13. Jahrhundert mehr und mehr ausgedehnt hatte. Sie waren meist verfeindet, was in den vielen Kriegen zum Ausdruck kam. Auch die sozialen Schichten waren überall ähnlich. Es gab den Adel, den Klerus (Kirche), das Bürgertum und die Bauern.

    Aufgrund der inneren Zerrissenheit kam nie ein Nationalgefühl oder -Bewusstsein auf. Die Menschen waren auf sich alleine gestellt und Spielball derer, die das Sagen hatten.

    So kam es zu Aufstände der bäuerlichen Bevölkerung gegen die Obrigkeiten. Die Spannungen auf dem Land nahmen zu, man protestiert gegen Misswirtschaft und gegen die Habgier des Adels



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  • Gesellschaft

    Die Gesellschaft jener Zeit war in Klassen unterteilt. Ganz oben der Adel (die Herrscher) und die Kirche. Das Deutsche Reich lebte hauptsächlich von der Agrarwirtschaft. So war der größte Teil der Bevölkerung der Bauernschaft zugehörig. Es gab Großgrundbesitzer die ihr Gesinde, also Knechte und Mägde, gegen Lohn, Kost, Unterkunft und teilweise auch Kleidung arbeiten ließen

  • Solidargemeinschaft

    Die Bruderschaften dieser Zeit waren eine Solidargemeinschaft und hatten sich zur Aufgabe gesetzt, Dörfer und Städte, Haus und Hof in Kriegszeiten zu schützen und vor Gesindel, brandschatzenden Banden und Räubern und Raubrittern zu verteidigen.

    Sie waren eine reine Selbstschutzgemeinschaften. Nur wer unbescholten war wurde aufgenommen. Eine gemeinsame Kasse sorgte für die Hilfe untereinander aber auch für die Hinterbliebenen. Der Tod war in jener Zeit an der Tagesordnung. Man sorgte für ein ordentliches Begräbnis, wenn jemand verstorben war.

    Darüber hinaus übernahmen die Schützengilden auch die Aufgabe eines Bestattungsdienstes. In vielen Städten waren die Gilden der Einzige Ordnungsdienst der funktionierte und das Leben in einigermaßen geregelte Bahnen lenkte.

    Das war den herrschenden Gruppierungen natürlich Recht. So wurden ihnen durch die Schützenbruderschaften Aufgaben und Pflichten der Bevölkerung gegenüber abgenommen.

    Sie gaben den Bruderschaften und Schützengilden weitere Unterstützung. Vielerorts wurden die Gilden zu Verteidigungszwecken bewaffnet. Es entstanden die Bürgerwehren und Schützengilden.

    Bei Festivitäten, kirchlichen Veranstaltungen und Prozessionen waren sie als schützende und ordnende Organisation integriert, wie es ihre ursprüngliche Aufgabe war.

    Seit dieser Zeit steht die Gemeinschaft, der Schutz der Heimat aber auch das bewahren christlich geprägter Werteorientierung in den Statuten und findet im Leitspruch:“ GLAUBE- SITTE- HEIMAT „Ausdruck.



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  • Hungersnöte

    Hungersnöte kamen hinzu. Im Jahr 1313 regnete es in Europa von Frühling bis Herbst derart stark, dass es zu Missernten und Hungersnöten kam. Da es kaum Vorräte gab, wirkten sich auch Überschwemmungen und ungewöhnlich tiefe Temperaturen dramatisch aus. Die Menschen vermengten den Brotteig mit Gras und Sägespänen, verarbeiteten Tollkirschen oder Hanf, um so das Hungergefühl zu überdecken. Es kam zu schweren Vergiftungen und Mangelkrankheiten, welche ebenfalls die Verbreitung von Seuchen förderten. Zwischen 1338 und 1341 fielen in Mitteleuropa riesige Heuschreckenschwärme ein und richteten einen enormen Schaden an. Wanderheuschrecken, die laut Zeitgenossen den Himmel verdunkelten, zerstörten ganze Ernten.

    Andauernde Regenfälle und harte Winter erschwerten die Lage und verschlimmerten die Not. Soziale Unruhen beherrschten die Lande.

    Qualvolle Hungersnöte – todbringende Pest und andere Seuchen – schreckliche Kriege bestimmten das Leben der Menschen im ausgehenden Mittelalter. Ein Leben wie es schrecklicher kaum sein konnte. Verzweiflung, Hunger, Kälte überall, zu dem Gestank der Abfälle in den Straßen mischte sich der Verwesungsgeruch von Menschen und Tieren, denn es gab weder Ordnungsdienste noch Bestatter.

    Hinzu kam eine ständige Angst vor Überfällen. Die kleinen Ortschaften waren gegenüber den Angreifern gegenüber nahezu schutzlos, und derer gab es viele. Banden und umherziehende Raubritter plünderten und mordeten, feindliche Truppen waren unterwegs und brauchten Nahrung und Kurzweil. Hier waren auch die Städte in Gefahr, insbesondere dann, wenn das heimische Heer gerade auf Kriegszug war.

    So war es eine überlebenswichtige Notwendigkeit, sich zusammen zu schließen und zu organisieren. Es entstanden die ersten Schützenbruderschaften.



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  • Seuchen – Tod und Pest

    Ursache der Seuchen waren auch die Hygienischen Verhältnisse in den Städten und Dörfern, in denen die Menschen eng beieinander wohnten. Dort waren die hygienischen Zustände besonders schlecht, denn Mensch und Tier lebten auf engstem Raum zusammen. Es gab keine Toiletten. Abfälle und Abwässer wurden direkt auf die Straße gekippt, ein gefundenes Fressen für Ratten, Nagetiere und Ungeziefer. Die Luft war nicht nur voller Gestank sondern transportierte auch viele Krankheitskeime.

    Allein die Pest forderte in der Zeit von 1347 bis 1353 in Europa mehr als 25 Millionen Todesopfer. Ganze Landstriche wurden innerhalb kurzer Zeit entvölkert.

    Krankheiten waren für die Menschen im Mittelalter ein Zeichen für den Zorn Gottes. Das ist auch ein Grund für die Frömmigkeit jener Zeit. Es wurden Wallfahrten zu heiligen Orten unternommen.

    Man kaufte Ablassbriefe, um sich von den Sünden freizukaufen. Sogenannte "Flagellanten" zogen von Dorf zu Dorf und geißelten (peitschten) sich vor einer Menge Schaulustiger blutig. Mit diesen Bußübungen wollten sie sich von ihren Sünden reinwaschen

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  • Spätmittelalter

    Die Zeit des Spätmittelalters ( 1250 bis 1450) war die Zeit großer Not.

    Die Dimensionen von Tod, Terror, Hunger und wirtschaftlicher Not waren unvorstellbar. Kriege tobten durch ganz Europa und trotzdem wissen wir heute, dass nur ein kleiner Teil der Menschen durch Waffen umkam. Der größere Teil, mehrere Millionen Menschen, starben an Seuchen. Weite Teile Europas wurden von der Pest heimgesucht.

    Es waren mehrere Erkrankungen, wie Ruhr, Tuberkulose, Typhus, Grippe und Pocken, die zahllose Menschenleben forderten.

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  • Das Hochmittelalter

    Das Hochmittelalter (1050 bis 1250) war die Blütezeit des Rittertums und des römisch deutschen Kaiserreichs. Die Bevölkerung und die Städte begannen zu wachsen, Handwerkszünfte bildeten sich, die Hanse als Verbund von Kaufleuten entstand, Handelswege bildeten sich.

    In diese Epoche fallen auch die Kreuzzüge. Das Hochmittelalter war auch eine Zeit der ständigen Auseinandersetzung zwischen Königen und Päpsten um die Frage Wer sich Wem unterzuordnen hatte. Es war die Zeit der Gotik in welcher historische Bauwerke wie der Kölner Dom entstanden.

    In dieser Zeit bildeten sich in Spanien, aber auch in Flandern und im Deutschen Reich die ersten Schützengilden.

     

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  • Das frühe Mittelalter

    Was wissen wir schon aus der Entstehungszeit des Schützenwesens? Amerika war zur Gründungszeit vieler Vereine noch nicht entdeckt, der Buchdruck stand gerade vor seiner Erfindung, aber was veranlasste die Menschen jener Zeit Schützengilden und Bruderschaften zu gründen?

    Diese Zeitreise führt zurück in die Gründungszeit vieler Gilden und zeigt die Notwendigkeiten aber auch die Bedeutung dieses Geschehens.

    Das frühe Mittelalter (500 bis 1050) war bestimmt von der Völkerwanderung im fünften und sechsten Jahrhundert und der späteren Christianisierung der heidnischen Gebiete, beginnend um 500 als König Chlodwig I mit seinem Adel geschlossen zum katholischen Christentum übertrat. Höhepunkt dieser Zeit stellte die Krönung Kaiser Karls des Großen zum römischen Kaiser an Weihnachten des Jahres 800 in Aachen da. Nach dessen Tod (814) zerfiel das Frankenreich allmählich.

    Feindliche Heerscharen machten den Menschen zu schaffen: Die Ungarn (900-955) und die Wikinger (800-1050) durchzogen plündernd und mordend gegen Ende des Frühmittelalters das deutsche Reich, legten Städte und Dörfer in Schutt und Asche.

     

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  • Augenhilfe Afrika

    Licht in den „dunklen“ Kontinent

  • Gemeinsam

    Thomas Beckmann erhält Jakob Faasen Plakette 2013

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