Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Dienstag 24.03.2020

Schützen im Landtag NRW

Parlamentarischer Abend für das Schützenbrauchtum in NRW


 Zum zweiten Mal hatte der Landtag NRW zum parlamentarischen Abend geladen, auch um ein Zeichen zu setzen und die Wichtigkeit des Schützenbrauchtums zu unterstreichen. Alle führenden Verbände des Bundeslandes NRW waren vertreten.

Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Rheinischer Schützenbund, der Westfälische, der Sauerländer und der Oberbergische Schützenbund sowie die Interessengemeinschaft der Düsseldorfer Schützenvereine.

Der Abend begann mit dem feierlich gespielten großen Zapfenstreich

im Vorhof des Parlaments. Das Tambourcorps Kleinenbroich und das Tambourcorps Düsseldorf Bilk boten zum Schein der Fackeln eine musikalische Glanzleistung. Die Bilker durften sich im Verlauf des späteren Abends noch über eine besondere Ehrung freuen: aus den Händen von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erhielten sie zu ihrem 100jährigen Vereinsjubiläum die Ehrenplakete  des Landes NRW.

Zuvor begrüßte der BHDS Geschäftsführer Ralf Heinrichs die Gäste und Ehrengäste. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Familienministerin Ute Schäfer, sowie zahlreiche Landtagsabgeordnete waren anwesend. Vom Schützenbrauchtum wurden begrüßt Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Emanuel Prinz zu Salm-Salm, Harry Hachenberg, Klaus Stallmann, Karl Jansen, Hans-Jürgen Althaus, Willi Stoffel, Klaus-Peter Dahmen und Bruno Wiemers. Von Seiten der Europäischen Schützen (EGS) waren Vizepräsident Bernd Hellwig und Regionalpräsident der Sektion 1 Ernst Soboll angereist.

Eine bemerkenswerte Rede des Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg folgte und mancher Schütze wird sich gedacht haben: warum wissen die Menschen da draußen in unserem Land so wenig davon?

Hier einige Zitate aus der Rede von Präsident Uhlenberg:

• „Vor drei Jahren hat sich das Parlament intensiv mit dem Schützenwesen in Nordrhein-Westfalen befasst und ist einstimmig zur Auffassung gelangt: Das Schützenbrauchtum in unserem Land verdient Anerkennung und Unterstützung für sein herausragendes gesellschaftliches Engagement!

• „… das Schützenbrauchtum hat sich über viele Jahrhunderte kontinuierlich entwickelt. Der ursprüngliche Zweck der Dorfverteidigung im Mittelalter wurde im Laufe der Zeit um religiöse, karitative, kulturelle und soziale Aspekte erweitert. Doch ihren zentralen Zielen, nämlich der Gesellschaft zu dienen, Traditionen zu pflegen und der Heimat verbunden zu sein, sind die Schützenvereine und -bruderschaften immer treu geblieben.“

• „Sie sind eine Werte- und Wettkampfgemeinschaft, die auch die Entwicklung der Demokratie in Deutschland durch ihr Einstehen für Freiheit und Toleranz mitgeprägt haben.“

• „Als Wertegemeinschaft bieten die Vereine und Bruderschaften insbesondere den jungen Mitgliedern etwas ganz Wichtiges: Hier erlernen Kinder und Jugendliche Werte des menschlichen Zusammenlebens wie Teamgeist und Wir-Gefühl, aber auch Fairness und Rücksichtnahme. …. wer dort bereits als Jugendlicher einmal Verantwortung übernommen hat, der profitiert von den Erfahrungen und erlernten Fähigkeiten ein Leben lang.

• „… die Leistungsfähigkeit unsere Gesellschaft hängt von den engagierten Menschen ab - in den Berufen, aber auch im Ehrenamt. Leistungsträger sind die Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, so wie Sie es als Schützen in Ihren Vereinen und Bruderschaften tun.“

• „ In einer Gesellschaft, die nach Zusammenhalt sucht, machen die Schützen ein Angebot zum Miteinander. Sie machen mit ihrem Bürgersinn, mit ihrer Heimatliebe und mit ihrem Gemeinschaftsgeist unser Land reicher und schöner.“

Als Redner folgte RSB Präsident Harry Hachenberg, bevor sich die Ehrungen des Landtages für besonders herausragende Leistungen in den Bereichen Brauchtum und Heimat, sozialer Zusammenhalt und Jugendförderung anschlossen.

Wie Eingangs erwähnt folgte die Ehrung des Bilker Tambourcorps das sich direkt mit einem Ständchen bedankte.

Für die rund 600 Anwesenden war es ein gelungener Abend, es wurden viele Gespräche geführt und Kontakte geknüpft um das Schützenwesen durch eine Zeit zu führen, in der Traditionen, Werte und Brauchtum mit Unwissenheit und Vorurteilen zu kämpfen haben wie selten zuvor.

Solch ein Abend trägt sicherlich dazu bei, das Bild der Schützen in das Licht zu rücken wohin es gehört; die Hauptarbeit dazu muss allerdings von den vielen Vereinen in unserem Land gemacht werden. So ein anerkennendes Lob von höchster Stelle mag aber auch dazu beitragen den Schützen an der Basis etwas Mut und Kraft zu geben….

 


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