Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Montag 08.07.2019

Sterbende Vereine

alles in Ordnung..... !?


Der erste Schritt zum Niedergang lautet sehr oft: „bei uns ist doch alles in bester Ordnung!“ Damit ist der Entschluss begründet nichts tun zu müssen, mit fatalen Folgen. Die rheinische Post bringt in der Ausgabe vom 11.03.2015 einen Artikel über Schützenvereine am Niederrhein. Einst eine Hochburg des Schützenwesens mit Jahrhunderte alten Vereinen, inzwischen stehen viele davon vor dem Aus: finanzieller Niedergang, Mitgliederschwund, Überalterung, kein Nachwuchs, bis hin zur Pleite.
Das trifft auf viele Vereine in unserem Land zu.

Dort wo das Vereinswesen noch funktioniert haben wir gute Mitgliederstärken, Männer mittleren Alters die sich und den Verein feiern. Über das, was hinter den Kulissen passiert: Leistungen in Richtung Allgemeinwohl, Hilfsbereitschaft untereinander, Altenpflege, davon wird kaum geredet. Umkehrschluss: wer kein Insider ist, nimmt nur wahr was er hört und sieht: Schützen die feiern – oder vom Biertrinken erzählen.
Daraus begründet sich die Frage: „was soll ich in einem Schützenverein??“
Feiern kann ich heute überall – auch ohne „Zwang“ und ohne Uniform.

Die Schützen haben schlichtweg versäumt Lobbyarbeit zu leisten! Vorurteile und Unwissenheit haben wir somit ganz oben bis ganz nach unten. Schützen sind (auch durch den erfolgten Wertewandel in der Gesellschaft) in der jüngsten Vergangenheit bedeutungslos geworden.
Wir erleben die Ohrfeige der UNESCO bei der Anerkennung zum immateriellen Weltkulturerbe, Schützen werden zum Gespött, so wie Neuerdings in der STERN Kolumne:
„Ihr mit Eueren Großkaliber-Waffen? Das Rumgeballere bei sogenannten Shotevents? Die Kalaschnikow-Meetings?  Oder die karnevalesken Aufmärsche in Phantasieuniformen und mit "Fahnenschlag"?
Auszug STERN Online.


Im Gespräch: die ersten öffentlichen Veranstaltungen, bei denen keine Schützen mehr erwünscht sind, zumindest nicht mit Fahnen und Uniform.
Aber wer weiß schon, das die Schützenvereine Deutschlands pro Monat 72 Millionen € Wertschöpfung in das Allgemeinwohl einbringen? Mangelnde Lobbyarbeit!

Nachwuchssorgen? Ein Problem aller Vereine nicht nur der Schützen. Wird trotzdem gerne auf die lange Bank geschoben. Es funktioniert ja noch alles!
Die heutigen Vereine mit Nachwuchssorgen waren mal Kameradschaften in besten Jahren, hier hätte sich manch 20jähriger recht wohl gefühlt. Heute - bei einem Altersdurchschnitt von inzwischen rund 60 Jahren müssen sich die Vereine aber fragen: was bitte sollen hier Kinder und Jugendliche?

Wie dem auch sei, man kann jetzt der Dinge harren die da kommen, abwarten und auf den Untergang warten …. besser gesagt auf das Aussterben.
Oder versuchen noch zu retten was zu retten ist, dazu ist allerdings die Anstrengung aller Beteiligten erforderlich.
Unmöglich ist nichts - aber an der Bereitschaft hapert es noch.

Lesen Sie: Schützenbrüder auf dem Rückzug –RP vom 11.03.2015


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