Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Mittwoch 13.09.2017

Der Nachwuchs fehlt....

Was ist nur mit der Jugend los?




Die Jugend von heute liebt Luxus, hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten. Die jungen Leute widersprechen ihren Eltern und tyrannisieren ihre Lehrer. Diese Worte beweisen: Differenzen zwischen Jung und Alt hat es zu allen Zeiten gegeben, denn diese Worte stammen vom griechischen Philosophen Sokrates und sind über 2000 Jahre alt.

Dabei muss allen klar sein: Zukunft liegt immer in den Händen der Jugend. Ganz besonders dringend wird die Frage nach dem Umgang mit der Jugend, wenn der Nachwuchs in Firmen oder Vereinen fehlt, ohne Jugend - kein Fortbestand.

Jugend ist die Zeit, wo junge Menschen sich ausprobieren, ihre Erfahrungen sammeln. Bereits hier lauert die ersten Fallen. Mit dem Vorausdenken mit welchem Erwachsene die Jugend vor Fehlern bewahren wollen, vermeiden sie gleichzeitig, dass diese jungen Menschen ihre eigenen Erfahrungen machen. Jugend ist immer etwas lauter, expressiv, will neue Wege gehen und sucht nach Veränderungen. Muss Fehler machen um daraus zu lernen.

Blicken wir auf der Zeitschiene rückwärts, so finden wir in den achtziger Jahren die Null-Bock-Generation, die angeblich zu gar nichts zu motivieren war. Zur Zeit der Jahrtausendwende finden wir dann die Spaß-Generation mit Ballermann und eher exzessiv anmutenden Partys. Auch sie standen jeweils im Blickpunkt der Kritik, aus ihnen sind heute bereits gestandene junge Menschen geworden.
Aktuell schreiben wir das Jahr 2015 und wieder steht eine neue Generation junger Menschen vor uns, in unseren Reihen.

Man spricht hier von der Generation Y, weil Y im Englischen ausgesprochen wird wie „why“ also „warum“: Das ständige Hinterfragen ist ein bezeichnendes Merkmal der Generation Y, ebenso wie eine damit verbundene Suche nach Sinn. Das hat einen ganz einfachen Grund: es ist die erste Generation die nicht nur durch Elternhaus Schule und Kirche erzogen wurde, sondern über weite Strecken auch über das Internet und Medien. So sind diese jungen Menschen sehr früh an eine unglaubliche Fülle von Informationen gekommen, die ständig mit dem, was sie in Schule und Elternhaus vermittelt bekommen abgeglichen werden.

Die weltweit größte Jugendstudie (Shell Studie) sagt es ganz deutlich: diese jungen Menschen suchen nach neuen Werten und Ideologien, sind bereit und gewillt sich einzubringen und einzusetzen, hinterfragen dieses aber und wollen es vorgelebt haben.  An dieser Stelle tut sich oftmals eine erste große Kluft auf. (Bitte einmal nachdenken!)

Die frischen und neuen Ideen Jugendlicher werden von den Älteren sehr oft mit Banalen Begründungen abgetan. Dabei ist es heute Fakt, dass manch 25-jähriger durch Medien und Internet mehr Wissen zur Verfügung hat, als sein vielleicht doppelt so alter Kamerad, der sich lediglich zwischen Arbeit und Sofa hin und her bewegt.
„Genau das ist Fakt! Wir müssen dieses Wissen allerdings erst kanalisieren und anwendbar machen!“ sagte mir ein Manager erst kürzlich zu diesem Thema. Es war ein Kongress eines DAX-Konzern und auch hier spielte die Generation Y eine große Rolle.

Wir leben im Informationszeitalter mit rapiden und schnellen Veränderungen, Globalisierung ist nur eines der Schlagworte….. Die Generation 60+ ist hier meist überfordert. Für viele aktuelle Probleme fehlen die Erfahrungswerte, es gibt einfach keine, es braucht aber neue Lösungen… die nur die Jugend liefern kann denn es betrifft vorrangig ihr eigenes Leben.

Neues und vielfältiges Wissen der jungen Generationen mit der Lebenserfahrung der Älteren zu koppeln, das ist zielführend! Alte Traditionen mit neuem Denken füllen damit diese in neuer Form auf und weiterleben können.

Partizipation heißt das Zauberwort, so lernte ich auf dem Kongress, bedeutet Einbeziehung der Beteiligten bei allen das Zusammenleben betreffenden Ereignissen und Entscheidungsprozessen und ergänzt den dialogischen Führungsstil.

Interessant auch der Gedanke: Partizipation ist der Grundstein unserer Demokratie. Zu viele Menschen haben das aber nicht gelernt, im Umkehrschluss fühlen zu viele Menschen sich übergangen, bevormundet, nicht aufgeklärt. Hier entsteht das Desinteresse an der Politik, an Engagement jeglicher Art. Auch in Vereinen und Firmen.