Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Samstag 27.06.2020

Glaube - Sitte - Nachhaltigkeit ...

Schützen, diese Leistung in Richtung Allgemeinwohl ist vorbildlich...


Da sitze ich gestern am PC und schaue mir Videos vom Europafest und Königinnentag an. Ein Gefühl von Traurigkeit beschleicht mich denn mir wird klar, dass wir nicht nur Feste verschoben, sondern durch Corona sehr viel verloren haben. Die sozialen Kontakte, die Freude jemanden wiederzusehen, Gedankenaustausch und Gespräche. Verloren haben wir die Freude, die Unbeschwertheit und den Frohsinn. Dazu wächst die Befürchtung, dass „es“ so schnell nicht vorbei sein wird. Vielleicht wird es sogar ein Covid 21 oder 22 geben, wie es manche Wissenschaftler befürchten.

In mir verspüre ich aber auch so etwas wie Wut oder Zorn, denn das Ganze war vorhersehbar! Der von der Bundesregierung erstellte Pandemie Risikobericht, veröffentlicht 2012, hat dieses Szenario einer Pandemie ausreichend behandelt und beschrieben. Davor, dass ein Virus mutiert und sich unkontrolliert ausbreitet, haben Wissenschaftler jahrelang gemahnt und finanzielle Mittel hierfür gefordert, um frühzeitig einen Impfstoff parat zu haben. Unser Problem heute ist nicht Covid 19, sondern die fehlenden Impfstoffe oder Medikamente.

Fakt ist: die hier notwendige Forschung wurde, trotz massiver Warnungen, zurückgefahren und teils sogar eingestellt. Demagogisch bedingte und durch Apparatemedizin steigende Kosten im Gesundheitswesen führten zu Sparzwängen im Bundeshaushalt. Obwohl wir in einem der reichsten Länder dieser Welt leben, registrieren wir Notstände in vielen wichtigen Bereichen. Allgemeinwohl, nennt sich der Topf aus welchem wichtige Bereiche unseres Alltags finanziert werden, dieser Topf leckt oder ist leergelaufen. Ursächlich ist auch die Art unseres Konsums.

Wir haben unser Geld nicht zu dem ehrlichen und steuerzahlenden Kaufmann in unserem Viertel gebracht, sondern in die Hände von superreichen Discountmilliardären und Großkonzernen gelegt. Mit steuersparenden Modellen (zu Gunsten der Billigpreise) landen diese Milliardenumsätze in Panama oder sonst wo, aber nicht im Allgemeinwohl. Zu Gunsten günstiger Preise arbeiten Millionen Menschen im Niedriglohnbereich, auch das sind reduzierte Einnahmen für die Sozialkassen.

Hier schließt sich der Kreis, der uns lehrt, dass alles seinen Preis hat und Geiz ist nicht geil, sondern ein Laster ist. Mit etwas Verzicht für jeden Einzelnen, aber dafür mehr Nachhaltigkeit, sehe manches anders aus.

Gestern in einem großen Warenhaus: nur vereinzelt Kunden, trotz drastisch reduzierter Angebote, Verkaufspersonal deren Blicke Bände sprachen und auch ich stellte mir die Frage: wie lange lässt sich Dieses wirtschaftlich durchhalten? Eine Frage, die sich derzeit aber auch in vielen Handwerksbetrieben und Einzelhandelsgeschäften stellt. Natürlich ist es sinnvoll, wenn Unternehmen wie die Lufthansa (mit Milliarden) unterstützt werden.

Was aber ist mit dem Vereinslokal? Mit unserem Zeltewirt, den Schaustellern, dem Vereinsbedarf oder Geschäft für Festmoden? Wird die angekündigte Rezession, nein inzwischen rechnen wir mit einer Depression, dafür sorgen das viele den Gürtel enger schnallen müssen?
Reicht es dann noch für die Mitgliedsbeiträge im Schützenverein? Das ist kein Horrorszenario, es handelt sich um Fragen, denen wir uns stellen müssen.

Schonungslos deckt Corona Mängel, Notstände, Defizite in unserer Gesellschaft / unserem System auf, die Ursachen sind fast immer eindeutig: zu wenig nachhaltiges Denken und Handeln, zu Gunsten des günstigen Massenkonsums. Meiner Meinung nach müssten wir auch unseren Wahlspruch „Glaube – Sitte – Heimat“ zumindest gedanklich um den Punkt Nachhaltigkeit erweitern.

GLAUBE: dazu gehört das Leben nach christlichen Werten, mit Respekt, Nächstenliebe und Sorge für den Anderen. Es entspricht aber keineswegs diesen Werten, wenn Mitbürger unter menschenunwürdigen Umständen zum Niedriglohn ihre Arbeit verrichten müssen, nur um überflüssigen Massenkonsum zu ermöglichen. Beschämend ist derzeit auch die Tatsache, dass Großkonzerne, welche früher in Indien und Bangladesch billigst Textilien fertigen ließen, jetzt alle Verträge wegen Absatzschwierigkeiten kündigen. Zigtausende Menschen in diesen Ländern werden derzeit mehr oder weniger entsorgt… Wir schauen zu!

SITTE: wir kennen auch den Begriff „sittenwidrig“. Wir wissen, dass vieles im heutigen Wirtschaftsleben durchaus mit diesem Negativbegriff belegt werden kann. Wir sollten uns dagegen aussprechen und Solches ablehnen.

HEIMAT: Wenn wir unsere Heimat mit Familien und Kindern schützen wollen, für ein gemeinsames und friedliches Europa kämpfen, dann kann dieses nur mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit Wirklichkeit werden. Alles andere ist kontraproduktiv und führt zu einer sozialen Unausgewogenheit.

Auf dem Weg in das weitere 21.Jahrhundert werden wir nur mit gelebter Nachhaltigkeit weiterkommen. In Leudal haben wir die Friedenscharta verabschiedet, wir sollten ähnliches (unter Wahrung der politischen Neutralität) mit dem Ziel für mehr Nachhaltigkeit wiederholen.

Insgesamt engagieren sich in den Schützenvereinen Deutschlands Mitglieder in über 273.000 ehrenamtlichen Positionen. Im Durchschnitt ist jeder Ehrenamtliche 17,7 Stunden pro Monat für seinen Verein tätig. Bundesweit ergibt sich daraus eine Arbeitsleistung von rund 4,8 Mio. Stunden, welche in den Schützenvereinen jeden Monat erbracht wird. Hieraus resultiert eine monatliche Wertschöpfung von 72 Millionen €uro die durch ehrenamtliche Leistungen erbracht wird.
Auf dem Weg zu mehr Allgemeinwohl gehen die Schützen somit mit gutem Beispiel voran. Wir sollten alle Gleichdenkenden unterstützen und bei Andersdenkenden ein Umdenken anregen.

Desiderata (auch als Lebensregel von Baltimore bezeichnet) stand 1971 auf Platz 1 der deutschen Charts, so einiges von diesen Gedanken, wird derzeit wieder aktuell.
Auch das fällt unter den Begriff der Nachhaltigkeit…..

Rene Krombholz

*1) (Quelle: Sportentwicklungsbericht im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) und Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB))


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