Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Dienstag 27.09.2022

Vom Wandel geprägt

Schützenfeste in dieser Zeit haben alle etwas Besonderes. 


Da ist zuerst die Freude, nach Jahren der Corona Abstinenz, endlich wieder feiern zu dürfen aber, auch die Freude über das Wiedersehen mit vielen Freunden, Bekannten und Kameraden.

Nicht nur das ist besonders, dunkle Wolken sind am Horizont unserer Wohlstandsgesellschaft aufgezogen. Während wir feiern, tobt ein Krieg in der Ukraine. In Taiwan und im Nahen Osten kriselt es ebenfalls. Auch bei uns: egal ob Inflation oder Rezession, wirtschaftlich kommt auf die meisten Menschen eine große Herausforderung zu, die es zu bewältigen gilt. Im Gespräch mit vielen Schützenkameraden/ innen, die zumeist dem Handwerk oder Mittelstand angehören, erfahre ich dass es in allen Branchen ähnlich aussieht. Immer mehr Gesetze, Bürokratie und Vorschriften, staatlich versprochene Hilfen die nicht ankommen oder sogar kontraproduktiv sind.

Auch wenn Schützen politisch neutral sind bleibt festzustellen: Die Politik agiert nicht mehr, sie reagiert. Es rächt sich jetzt, dass unsere Politiker fast ausnahmslos keinerlei praktische Erfahrung mit einem Berufs- oder Arbeitsleben haben. Viele Entscheidungen und Maßnahmen lassen die Schere zwischen Arm und reicht rasant wachsen – das trägt nicht zum sozialen Frieden bei und ist somit bedenklich.

Wie auch immer - es gilt diese Zeit zu überstehen und das können wir nur gemeinsam. Auch darum macht es Sinn zu feiern und nicht in Depressivität zu verfallen.
Der fühlbare Zusammenhalt bei einem solchen Schützenfest macht Hoffnung, gibt Mut und Kraft.
Auch wenn es - wie in Krisenzeiten üblich – wie ein Tanz am Abgrund erscheint - es macht Sinn im Sturm zu tanzen, sich aber gleichzeitig auch Dinge ins Bewusstsein zu rufen.

Ähnlichen Gedanken folgte auch der Hauptmann der Medebacher Schützen Thomas van Dyck 2022 immer wieder.
So auch am Samstag als er das Mikrofon ergriff:

So fern, so nah, die Ukraine.
Seit 2014 schwelt dort Gewalt.
1,5 Millionen Binnenflüchtlinge und mehr als 10.000 Tote.
Hinter jeder Zahl ein Mensch und sein Leben.
Jetzt Großmanöver und Truppenaufzüge,
Marinescharmützel bis in die Arktis.

Wann beginnt Krieg, Gott?
Wenn sich Feindbilder ins Herz schleichen.
Wenn Drohkulissen gebaut werden.
Wenn Rüstungsfirmen Gewinne machen.
Wenn Familien zu hamstern beginnen.
Wenn Söhne und Töchter verschwinden,
damit sie nicht zum Militär müssen.

Und wie, Gott, wie, kommt Frieden?
Miteinander reden, Vertrauen wagen, ent-feinden.
„Es ist die Stunde der Diplomatie“ heißt es…
Stärke diese Gabe bei Politikerinnen und Politikern.
Lass sie geduldig und hartnäckig suchen,
was dem Frieden dient.

Für die Menschen in der Ukraine und Russland, für uns alle bitten wir:
Bewahre uns vor Krieg.
Behüte uns in deinem Frieden.
Aus ihm leben wir. Amen.

(Sabine Müller-Langsdorf, Friedenspfarrerin)

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2022 ein besonderes Schützenfest …
Es war so ebenso ergreifend wie faszinierend… immer wieder kamen Menschen zu uns und bekundeten: „Schön dass ihr wieder da seid!“ Gelebte Gastfreundschaft pur – gerade jetzt in dieser Zeit.

Auch beim Königsschießen endbrannte ein heißer Kampf. Bei aller Fairness war spürbar: jeder wollte König werden. Von einigen Titel-Aspiranten, wie aber auch vom neuen König ist mir bekannt, das es sich um Schützen handelt, die sich der Aufgabe, aber auch der Schwierigkeiten, in dieser Zeit voll bewusst sind. Sie sehen es als ihre Aufgabe jetzt Verantwortung zu übernehmen.

Medebach 2022, am Ablauf hat sich nicht viel geändert und trotzdem war es anders.
Vom Bürgermeister bis zum Landarbeiter, von den Senioren bis hin zum Kinderschützenpaar. Es waren alle mit Herzen dabei, dass macht Mut für die Zukunft.

Im Namen der Gesellschaft „5.te Schützen, Düsseldorf Bilk“ und als Königspaar möchten wir uns hiermit bei den Medebacher Kameraden, wie aber auch bei den Medebacher Bürgern für die erlebte Gastfreundschaft bedanken.

Selbstverständlich prägt die Schützenfamilie, die in Medebach einen ordentlichen Anteil der Bevölkerung ausmacht, die gesellschaftliche Ausprägung mit.
Offenheit und Gastfreundschaft stehen hier hoch im Kurs. Wer das einmal selber erleben möchte: Medebach hat im Jahreslauf viele Veranstaltungen, auch außerhalb des Schutzwesens. Es ist immer eine Begegnung wert!!!!!

Rene Krombholz