Neuss gilt als eine der Schützenhauptstädte Europas – und das Neusser Bürger‑Schützenfest ist aus dem europäischen Veranstaltungskalender nicht wegzudenken. Jedes Jahr ziehen rund 7.700 Schützen durch die geschmückte Stadt, begleitet von Fackelzug, Königsparade und einer Million Besucher. Dass hier 2013 sogar die Herbsttagung der EGS stattfand, überrascht niemanden: Neuss ist Schützenstadt durch und durch.
Wer Neuss kennt, stellt die Frage automatisch:
Wie verträgt sich eine Landesgartenschau mit dem Schützenwesen – gerade auf dem Gelände der Rennbahn, das traditionell von den Schützen genutzt wird?
Werden die Schützen verdrängt? Müssen sie weichen?
Die Antwort ist so klar wie verblüffend einfach: Nein.
Bürgermeister Reiner Breuer verstand die Frage nach dem Verbleib der Schützen im Sommer 2026 zunächst gar nicht – weil es für Neuss selbstverständlich ist, dass das Schützenwesen nicht nur dabei sein darf, sondern dabei sein muss.
Das Schützenwesen prägt das Stadtbild ganzjährig, sichtbar bis hin zu den inzwischen fünf Schützenampeln im Stadtgebiet.
Schützenhaus mit Herz – ein Ort, der bleibt
Statt Verdrängung geschah das Gegenteil:
Auf dem Gelände der Landesgartenschau entstand ein eigenes, dauerhaftes „Schützenhaus mit Herz“, ein Wunsch der Neusser Gilden – gebaut in enger Zusammenarbeit von NBSV, Handwerk, Vereinen und der Initiative GRÜNES HERZ NEUSS.
Dieses Haus ist mehr als ein Symbol:
- Ort der Begegnung,
- Schießstand inklusive,
- dauerhaft nutzbar – auch nach der Gartenschau.
Es zeigt, wie tief das Brauchtum in die Stadt eingebettet ist und wie sehr die Kommune bereit ist, es aktiv zu stärken.
Landesgartenschau 2026 – kurz erklärt
Die LAGA 2026 verwandelt das ehemalige Rennbahngelände in einen weitläufigen Park mit floralen Themenbereichen, Veranstaltungen und nachhaltigen Grünflächen. Sie zieht vom 16. April bis 11. Oktober 2026 überregionale Aufmerksamkeit auf sich.
Und mitten darin: das Schützenwesen – nicht als Fremdkörper, sondern als Herzstück der Stadtidentität.
Wenn Kommune und Brauchtum zusammenarbeiten
Die anfänglichen Befürchtungen, das Sommerbrauchtum müsse einem Großevent weichen, lösten sich vollständig auf.
Im Gegenteil: Alle Seiten gewinnen.
- Die Stadt zeigt, dass Tradition und moderne Stadtentwicklung kein Widerspruch sind.
- Die Schützen erhalten einen neuen, dauerhaften Ort.
- Die Landesgartenschau gewinnt ein authentisches Stück Neusser Identität.
- Die Bürger erleben Brauchtum „wie noch nie“ – eingebettet in ein großes Landesprojekt.
