Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Donnerstag 13.06.2019

Erfurt ...

Am 26.April 2002, kurz vor 11 Uhr fällt der erste Schuß im Gutenberg - Gymnasium in Erfurt. Etwa 15 Minuten später ist alles vorbei. Der 19 jährige Amokläufer tötete 16 Menschen und sich selber. Er gehört einem Schießsportverein an und schnell gerät das Schützenwesen ins Z


Sinnlos rumballern und Saufen bis zu umfallen...

...das sind vielfach die Vorurteile in der Bevölkerung wenn es um den Begriff „Schützenverein“ geht.
In jüngster Vergangenheit auch in’s Zwielicht geraten durch Ereignisse wie jetzt in Erfurt. Das Schützen keine potentiellen Amokläufer sind, interessiert nur am Rande.

Für Politik und andere Verantwortliche gilt es darum die Mitschuld an solchen Ereignissen von sich zu weisen: Gewaltvideos, Computer - Mordspiele und Schützenvereine werden in einem Atemzug genannt. Wohl verschweigend das seit Jahren Freizeitzentren und Jugendtreffs geschlossen werden, Kinder und Jugendliche weder Anlaufspunkte noch Betreuung haben.

Kommt es zu Problemen, stehen die Heranwachsenden meist ohne Hilfe da. Die Wartezeit bei den Beratungsstellen schwankt zwischen 6 und 8 Monaten. Auf 12.500 Kinder kommt in der BRD ein Betreuer, im internationalen Vergleich sind es sonst 1.000 Kinder pro Betreuer.

Die Jugendarbeit welche auch von den Schützenvereinen geleistet wird, bleibt unbekannt, ist aber notwendig und chancenreich wie selten zuvor. Werte wie Kameradschaft, Treue, Ehrlichkeit und Fleiß haben bei der Jugend wieder hohe Priorität. ( Siehe z.B. Shell Jugendstudie, oder Ergebnisse „Jugend 2001“ Institut für Demoskopie in Alllensbach.) Das sind Chancen für unser Brauchtum hier Nachwuchs zu finden.

Wichtig ist allerdings am Image der Schützen zu arbeiten. Solange erstgenannte Vorurteile vom saufen und rumballern in den Gedanken haften, sich das Schützenwesen in einem Atemzug mit Computer Mord-spielen nennen lässt, so lange werden die Schützen es schwer haben guten Nachwuchs zu finden.

Die Einen behaupten der Name „Schützen“ kommt von beschützen und leiten die Herkunft dieser Vereine von den Gilden und Bürgerwehren ab, die ursprünglich sozialen Charakter hatten, wieder andere behaupten der Name kommt vom „Schießen“ und habe lediglich nur mit Schießsport zu tun.


Rene Krombholz


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