Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Dienstag 24.03.2020

Unterwegs in eine neue Zeit

Gedanken zum  Bundesfest 2008


Schützen – und Schützenverein, vielfach wissen die Menschen in unserem Land nichts über Herkunft und Sinn. In den Zeiten des Wirtschaftswunders wurde soziales Engagement müde belächelt, Werte und Vorstellungen hatten sich durch die Kulturrevolution gewandelt oder waren über Bord geworfen worden. Das Schützenwesen mutierte – zumindest vordergründig – zur Spassgemeinschaft. Das Vorurteil „Schützen feiern nur“ entspricht nicht der Realität, gibt aber das wieder was nach Außen gezeigt wurde.

Mich freut - aber erstaunt es nicht - so viele junge Menschen zu sehen die sich ganz offensichtlich im Schützenwesen wohlfühlen, den Schützenverein auch als Orientierung suchen.

Nach der 68er Generation, nach antiautoritärer Erziehung, nach Spaßgesellschaft und vermeintlicher absoluter Freiheit für Alle merken wir das dies nicht ganz so geht und die Gesellschaft mit den negativen Begleiterscheinungen und Auswüchsen kämpfen muß.

Selbst Jugendliche und Heranwachsende erkennen dieses und suchen wieder nach Werten, Zielen, Orientierungspunkten. Zukunftsforscher wie Mathias Horx, Horst Opaschowski oder die repräsentative Shell (Jugend) Studie kommen hier zu gleichlautenden Ergebnissen.

Nicht immer finden diese jungen Menschen zu Hause oder in der Schule Antwort auf Ihre Fragen, ist die Generationen vorher vielfach antiautoritär aufgewachsen, Werte und Wertvorstellungen wurden nicht immer vermittelt oder weitergegeben.

Das Schützenwesen – oft als verstaubt und altmodisch verkannt – hat sich eben diese Werte in der Gemeinschaft erhalten und ist genau hierdurch für junge Menschen aktuell. Unterwegs in die Zeit für Morgen, in eine neue Zeit.

Glaube – Sitte – Heimat! Man mag diese Begriffe als überholt und altmodisch betrachten. Ist es das wirklich? Nein, behaupte ich! Man kann das auch aus anderer Perspektive betrachten.

Glaube bedeutet nicht, das wir jeden Tag in der Kirche sitzen müssen, sondern das wir einer kirchlichen Gemeinschaft angehören und uns an christlichen Wertvorstellungen orientieren.

Für mich ist es zumindest nachdenkenswert wenn Menschen 2mal jährlich in Urlaub fahren, 2 Handys besitzen, jeden Tag Fleisch und Zigaretten konsumieren aber dann aus der Kirche austreten müssen weil 30.- €uro Kirchensteuer nicht mehr finanzierbar sind. Besonders wenn die gleichen Menschen dann protestieren und lamentieren wenn aus Gründen leerer Kassen Kindergärten und Jugendzentren geschlossen werden müssen.
Glaube bedeutet für mich auch zu einer (Glaubens)Gemeinschaft zu stehen, das erfordert Zivilcourage.

Sitte wird häufig gleichgesetzt mit Moral und mir zu oft nur in Hinsicht auf Sexualität angedacht. Was passiert aktuell in unserer Welt? Die Bankenkrise beispielsweise: da wurden zigtausende Mitarbeiter aus Gründen der Sparsamkeit auf die Straße gestellt, zu Lasten der Agentur für Arbeit und damit der Allgemeinheit. Die Vorstände der gleichen Unternehmen erhöhten sich selber gleichzeitig die Bezüge und verzockten Millionen in dubiose Wertzertifikate. In Schieflage geraten kommt dann auch prompt der Hilfeschrei nach dem Staat und die Allgemeinheit hilft mit Milliarden aus dem Steuersäckel aus. Wobei: hier haben diese Banken nicht das Meiste eingezahlt: Tricks und Abschreibungsmöglichkeiten machen vieles möglich. Es gibt auch den Begriff „der guten Sitten“ oder „sittenwidrig“ – mehr möchte ich dazu nicht sagen, nur das es nicht nur Banken betrifft…..

Heimat: ist nicht nur unser Vaterland. Fahnen, Flaggen und Nationalhymne – früher belächelt – sind spätestens seit der letzten Fußball WM wieder In, bei Schützen war das immer so. Heimat sind auch unsere Kinder, Familien denen unser Schutz und unsere Fürsorge gilt. Aber wir können nicht auf christlich orientierte Wertvorstellungen des Abendlandes verzichten, diese ignorieren um dann zu protestieren wenn andere Glaubensgemeinschaften sich ausbreiten – wir machen selber Platz dafür!

Wie dem auch sei: für mich ist das Schützenwesen eine gut funktionierende demokratische Gemeinschaft und ich wünsche mir ab und an das hier in unserem Land manches so gut funktionieren würde wie im Schützenwesen.

In der Vergangenheit haben die Schützen allzu oft ihre Daseinsberechtigung unter Beweis gestellt. Wer weiß, vielleicht kommt irgendwann einmal wieder so eine Zeit – Angst habe ich davor nicht, das Schützenwesen ist mit seinen Werten fit für Morgen!

 


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