Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Donnerstag 20.08.2020

Immer mehr Probleme...

Ja es muss etwas passieren! Das Stadt-, Landgefälle im Schützenwesen wird immer größer.


Egal ob in Ostwestfalen oder im Sauerland: in kleineren Gemeinden und Städten feiert noch der ganze Ort mit den Schützen. Vollkommen anders sieht es in unseren Großstädten aus. Aktuell versuchen wir in Düsseldorf, eine kostenlose Broschüre über unser bevorstehendes Schützenfest in den Geschäften auszulegen, um hiermit den Kunden und Bürgern des Stadtteils Informationen über das Schützenwesen näher zubringen. In den vergangenen Jahren funktionierte dieses sehr gut. Inzwischen ist eine neuere Generation von Geschäftsinhaber am Ruder… und die haben mit Schützen nichts mehr am Hut!

So bemerken wir entsetzt, das selbst ganze Straßenzüge dankend ablehnen, wobei unser Schützenverein der zweitgrößte der Landeshauptstadt ist und mit 16.000 aktiven Mitgliedern (nebst Familienangehörigen) sicher auch ein großes Kundenpotential für die Geschäfte darstellt.

Ebenfalls in der Landeshauptstadt Düsseldorf: bereits vor Monaten sorgte die Entscheidung der Oberbilker Schützen, die Wegstrecke für den Festzug zu ändern, für Diskussionen. Ein Viertel mit überwiegendem Migrationshintergund sollte wegen Anfeindungen auf die Schützen gemieden werden. Aktuell sind es die St. Sebastianus Schützen aus Düsseldorf Stadtmitte, die BILD meldet: der Zugweg wird geändert, nicht mehr durch die Altstadt, Anfeindungen und Pöbeleien der Feierwütigen.

Was so einige über Schützen denken, zeigt sich in einer Facebookdiskussion:

„... zum Thema Schützen: zur Zeit haben wir bei uns in der Stadt überall Schützenfeste und es ist schrecklich sowie traurig zu gleich, zu sehen wie viel rechtes Gedankengut in den "Zelten" verteilt ist. Es ist doch nichts neues, dass diese Kartoffeln sich gegenseitig mit "Sieg Heil" oder "Heil, mein Führer!" begrüßen.
Wer ist schon so verwirrt und schwört auf Heimat, Treue, Sitte und so einen Schrott? Und wie Pidder schon sagte: "man muss sie schlagen, wo man sie trifft." Antifaschistischen Selbstschutz. Jetzt!"

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen…
Umso erfreuter war ich als, ich von „Ziel im Visier“ erfuhr, der geplanten Aktion des DSB. Ein Wochenende der Schützen, welches bundesweit stattfinden und beworben werden soll. Solche Veranstaltungen verhelfen zu einem besseren Image, zu Aufmerksamkeit und neuen Mitgliedern, oder eben auch Sponsoren.

Aber wie gestaltet man solch einen Tag? Besonders in der Großstadt, wo es eine Unzahl von Veranstaltungen gibt? Hier ist konzentriertes Auftreten gefordert, um überhaupt Werbewirksamkeit zu erreichen - unabhängig von den guten Tools, die der DSB den Vereinen zu diesem Event an die Hand gibt.

So planten wir im Verein eine gemeinsame Aktion mit befreundeten Vereinen aus umliegenden Stadtteilen, doch siehe da, diese hat von dieser Aktion überhaupt noch nichts gehört. Auf Nachfrage ergab sich: diese Vereine sind vorwiegend beim BHDS zugehörig und in dieses Vorhaben überhaupt nicht eingebunden.

Schade eigentlich. „Gemeinsamkeit macht stark“ sagen die Schützen (im traditionellen Bereich) und ich glaube sie haben recht. Meiner Meinung nach wäre es leichter für die Sportschützen, wenn sie die Freunde des Brauchtums mit ins Boot nehmen würden! Begriffe wie „soziales Engagement“, „Tradition“ „Kameradschaft“ „Werteerhalt“ kommen bei den Menschen besser an als „nur“ Sport, - auch wenn es sich um Hochleistungssport handelt.

Begriffe wie „Ziel“ oder „Visier“ sehe ich persönlich auch nicht unbedingt als geeignet, um im Nachwuchsbereich Kinder und Jugendliche anzusprechen. Aber genau hier liegt unsere Zukunft…!

Nichts desto trotz, wir haben nicht mehr viele Chancen. Auch wenn ich persönlich mit einigen Punkten hadere, gilt es trotzdem mitzumachen. „Steter Tropfen höhlt den Stein!“ sagt ein Sprichwort. „Ziel im Visier“ könnte ein kleiner Wasserfall werden und viel schlechtes Schützenimage hinwegspülen. Aber nur wenn viele mitmachen – schon angemeldet??? Ihr entscheidet ob es ein Rinnsal bleibt oder zum Erfolg wird!







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