Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Mittwoch 19.12.2018

Neuer Feiertag ab 2017

 

Halloween 2017 wahrscheinlich bundesweiter Feiertag.


 

Ob Supermarkt oder Einkaufszentrum: Überall beschleicht einen das Gefühl, die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gehöre den Hexen, Geistern und Gespenstern. Party’s allerorten, teilweise ziemlich deftig: Solingen: Schlägereien mit 150 teilweise betrunkenen Menschen Memmingen: mehreren Körperverletzungen in der Halloweennacht, Hamburg: 400 Jugendliche randalieren in der Halloween-Nacht. Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Halloween tauchte hierzulande erst Ende der 90er Jahre auf. Es fing zunächst harmlos an: Zeitschriften und Magazine veröffentlichten erste kurze Artikel über das angelsächsische Phänomen. Dann rollte Halloween wie eine Lawine übers Land. Kneipen, Süßwaren-Hersteller, Kostüm und Scherzartikelhersteller hatten sich schnell auf diesen Trend eingestellt. Bereits 2009 wurden mit Halloween-Artikeln knapp 30 Millionen Euro umgesetzt.

Freiheit heißt das Motto!
Doch Freiheit ist für jeden Menschen, für jede Generation etwas anderes.
Selber habe ich den Mauerbau und 1968 das Ende des Prager Frühlings erlebt. Habe gesehen wie Menschen an der Zonengrenze ihr Leben verloren, stand am Prager Wenzelsplatz ohnmächtig vor russischen Panzern und bin im Hagel der Gewehrsalven um mein Leben gelaufen.
Unsere junge Generation kennt das alles nicht mehr, das ist gut so, denn es eröffnet Chancen.
Bedenklich allerdings empfinde ich die Tatsache, dass Jeder, der an den Wert der Freiheit erinnert, (oder auch an andere Werte) als ewig gestrig, unmodern und altbacken abgestempelt wird. Selbst Eltern und Schulen geben Werte als Erfahrungsschatz an ihre Kinder nicht mehr weiter. Freiheit ist angesagt – Freiheit, möglichst ohne Grenzen, ohne Werte, kann das auf Dauer funktionieren?

Halloween, 31.Oktober.
An diesem Tag gedenken wir eines großen Freiheitskämpfers und seiner Taten.
An diesem Tag, dem Tag vor Allerheiligen des Jahres 1517 soll Luther seine 95 Thesen an der Tür zur Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben. Er wollte eine Reformdiskussion anzetteln, leitete aber eine Revolution ein, die schließlich zur Abspaltung von der katholischen Kirche führte und viel Machtverlust mit sich brachte.
Warum aber wird der Reformationstag nur wenig wahrgenommen?

Ganz einfach: weil wir alle mehr oder weniger im Hamsterrad sitzen! Angetrieben von Werbung und Konsum die uns ständig mit „must have“ konfrontieren, wer nicht mitzieht ist nicht „IN“, steht im Abseits. Statussymbole sagen was wir wert sind, hast Du nichts – bist Du nichts. Jammern ist angesagt: keine Zeit, kein Geld – wir haben vielfach den Blick zur Realität verloren und sehen nicht, wie viel Geld wir für überflüssige Dinge bezahlen und wie lange wir dafür arbeiten.

Der Wunsch IN zu sein und mithalten können machte die „Geiz ist geil“ Welle möglich und erfolgreich.
Abgegeben haben wir dafür unser Gewissen, denn das Billigpreise entweder auf Kosten der Qualität oder dem Rücken unserer Mitmenschen entstehen ist uns schon bewusst.

Ja, wir entscheiden, denn wir haben die Freiheit dazu.
Auch Martin Luther hat dazu beigetragen, dass es so ist.

2017 jährt sich dieser (Reformations)Tag zum 500. Mal und soll dann ein bundesweiter Feiertag werden.
Das eröffnet die Möglichkeit tagsüber mal über solche Dinge nachzudenken und am Abend dann bei der Halloweenfete Spaß zu haben.

Ein interessantes Interview mit Margot Käßmann finden wir bei HNA Online

 

 


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