Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Sonntag 01.12.2019

Die Frauenkompanie

Schützenverein - für die wahren Vertreter des starken Geschlechts bedeutet er oft eine letzte Festung der Männlichkeit.


Obwohl der Herrgott mit Schützinnen vermutlich kein echtes Problem hätte, stellen sich die Fragen:
> Frauen in den Reihen der Schützen?
> Oder gar mit dem Gewehr im Anschlag unter der Vogelstange?

Der Schützenverein "Nachbarschaft Rentenburg" hat offenbar kein Problem mit Frauen in der Marschordnung.

Zu den ersten Vereinen, bei denen sich eine Frauenkompanie gebildet hat, zählen sich die Rentenburger Nähe Gronau.

Nachdem das Thema auch bei den Rentenburgern vorerst intensiv zur Diskussion stand, wurden die Weichen bereits in der Mitgliedsversammlung gestellt.

Ein deutliches Mehrheitsvotum für eine weiblich besetzte Unterabteilung des Vereins gab es jedoch Anfang 2010. Zuvor wurde innerhalb einer Arbeitsgruppe viel darüber nachgedacht, wie sich die 240 Schützinnen als innovativ und attraktiv darstellen konnten.

An dem Thema ‚Frauenkompanie‘ führte deswegen kein Weg mehr vorbei. Diese gibt es seit dem 20. April 2010 nun ganz offiziell.

Dass Vereinsgeschäftsführer Jochen Grosfeld seine Frau nun mit den Worten ‘Frau Vorsitzende‘ anreden kann, bzw muss, trägt er allerdings mit großer Gelassenheit: "Wir wollten als Verein zeigen, dass wir den Frauen eine Chance einräumen" berichtet er. Mit dem Wissen, dass in vielen Dingen der Vorstand, zu welchem ab sofort auch eine Frau angehört, das letzte Wort hat.

Frau Bärbel, welche die neue Elite-Truppe mit Stellvertreterin Kathrin Ahrend, Kassiererin Inga Grosfeld und Schriftführerin Kristin Henkhaus führt, sieht die restlichen 18 Schützen-Frauen und sich, welche im Alter zwischen 21 und 57 Jahren liegen, jedoch keineswegs als schießwütige ‚Annie-get-your-gun‘-Reproduktion.
Das streben danach,den Vogel abzuschießen, hat keine der Damen. Jedoch steht für sie außer Frage, dass einzelne junge Frauen des Vereins durchaus darauf brennen, sich selbst die Königinnenwürde durch einen gezielten Schuss zu sichern und nicht durch freundliches Werben eines männlichen Königs.



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