Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Montag 08.07.2019

Ritter in Medebach

Die Schützenhauptstadt Medebach hatte eingeladen


und so trafen sich erstmals die Mitglieder der Ritterschaft der EGS zu einem Erfahrungs und Meinungsaustausch.
Ritterschaft, das bedarf einer Erklärung: die EGS (Europäische Gemeinschaft historischer Schützen) beheimatet auch den Orden vom heiligen Sebastian, wie er ursprünglich genannt wurde und unter der Schirmherrschaft des Hauses Habsburg agiert.

In diesem Orden, im Sinne einer Gemeinschaft, soll der christliche Gedanke des Abendlandes bewahrt und gelebt, Traditionen weiter gegeben werden. Dieses Vorhaben entspricht den Statuten, doch es gab Schwierigkeiten bei der Anerkennung seitens der katholischen Kirche, da auch der ökumenische Gedanke verfolgt wird. So musste der Begriff " Orden " kirchenrechtlich durch den Begriff " Ritterschaft" ersetzt werden. Das erklärte auch Ernst Soboll, Präsident der Region eins und gab die aktuelle Mitgliederzahl bekannt. In der Region eins Deutschland sind derzeit 256 Ritter in der Komturei beheimatet.

Etwas über 40 Ritter, diesmal aus dem Bereich des Sauerlandes, waren zu dem Treffen angereist ,welches mit einem Gottesdienst begann. Wie ritterlichen Gedanken und Tugenden in den Alltag zu integrieren sind, das war das Thema der Predigt, wie auch der späteren Gespräche. Ist es doch immer schwerer, gegen bestimmte Strömungen in der Gesellschaft anzutreten und den verfolgten Weg standhaft zu gehen. Manchmal wird man sich dabei vorkommen wie Don Quichotte, der gegen Windmühlen kämpft. Aber es ist richtig, insbesondere auch, um eine Anerkennung durch den Vatikan in der Zukunft zu erreichen. Es ist wichtig, diesen Weg deutlich sichtbar weiterzugehen.

In seiner Festrede ging Kreispräses Manfred Müller auf Ordensgemeinschaften und ritterliche Tugenden ein. Solche Gemeinschaften sind immer von unten her entstanden, referierte er aus der Geschichte. Deutlich zu erkennen ist, das sie immer als Gegenbewegung zu gesellschaftlichen Missständen ihrer Zeit entstanden. Müller hatte auch Beispiele parat und erzählte von den ersten Orden, den Benediktinern, zur Christianisierung. Die späteren Orden der Franziskaner und Dominikaner gingen bewusst ein armes Leben ein und setzten Zeichen  gegen Prunk und Völlerei, die damals weit verbreitet waren. So gesehen waren die christlichen Orden immer eine Gegenreform zu kritisch zu betrachtenden Zeitstömen ihrer Zeit.

Es wurde ein langer Abend mit vielen wertvollen Gesprächen und es wird nicht der Letzte sein.
Das nächste Treffen findet ebenfalls am Freitag vor dem Volkstrauertag statt, die Schützen aus Hallenberg laden ein.

Danke an die Ausrichter dieses ersten Treffens für Idee, Arbeit und Gastfreundschaft!


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