Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Donnerstag 13.06.2019

Solidarität

mit den Brüdern in der Ukraine


 

PEINE. Die Sorge um die Kosaken in der Ukraine prägte die Plenarversammlung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS), die im Jahr vor dem Europafest 2015 in der Gastgeberstadt Peine tagte. Präsident Charles-Louis de Merode und Generalsekretär Peter-Olaf Hoffmann begrüßten unter dem Beifall der Delegierten den Sprecher der urkrainischen Kosaken, Viktor Fedosjuk, und baten ihn um einen Bericht über die Lage in seinem Heimatland. Fedosjuk, dessen Ausführungen der polnische EGS-Vizepräsident Andrzej Wegener übersetzte, berichtete von den Protesten auf dem Maidan in Kiew, die Gefahr für die Demonstranten, zu denen er selbst zählte, und die Opfer der Auseinandersetzungen. Die Spende der Europaschützen für soziale Hilfe, Ende Februar auf Beschluss des Präsidiums bewilligt, habe sehr geholfen, unter anderem habe man eine kugelsichere Weste kaufen können. Die Not sei weiterhin groß, die Sorge, welchen Weg das Land nehme und wie Russland reagiere, bestimme das Leben der Menschen. Fedosjuk dankte für Solidarität und Unterstützung der Europa-Schützen. Er überreichte als Zeichen der Verbundenheit ein großes ukrainisches Brot, eigens für die Tagung gebacken, um es mit den Freunden zu teilen und damit Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Präsident Charles-Louis de Merode nahm, sichtlich gerührt, das Brot in Empfang. Gemeinsam mit Fedosjuk schnitt er es nach der Tagung im Ratskeller an. Gemeinsam wurde gegessen und der Opfer gedacht.

Wie notwendig Schützenhilfe ist, berichtete Andrzej Wegener beim Essen. Mit seinen polnischen Schützen hat er in Tuchola eine ukrainische Flüchtlingsfamilie aufgenommen. Erst kam die hochschwangere Frau mit zwei kleinen Kindern. Sie war von Schargen des alten Regimes bedroht worden, weil ihr Mann zum Widerstand gehörte. Wenige Wochen später wurde der Mann, schwer verletzt, nach Tuchola gebracht. Er wird dort im Krankenhaus behandelt. Betroffen nahmen die Delegierten den Bericht entgegen. Spontan ließ Generalsekretär Peter-Olaf Hoffmann für die ukrainische Familie sammeln. Ein beachtlicher Betrag kam zusammen, den Andrzej Wegener für die Betreuung der Flüchtlinge verwenden wird.

Die eigentliche Tagung war bestimmt von Festfreude (bei fröhlichen Zusammenkünften mit den Gastgebern in den großen Schützenhäusern der Stadt), von berechtigtem Schützen-Stolz (Bürgermeister Michael Kessler und Cheforganisator Thomas Weitling präsentierten Peine als schützenfreundliche Stadt) und feierlicher Grundstimmung (die Investiturfeier der Ritterschaft vom heiligen Sebastianus in der St.-Jakobi-Kirche begeisterte die Gottesdienstbesucher). Die Delegierten wurden von Weitling und seinen Freunden bestens betreut und umfassend informiert. Kurzum: Peine ist für das Europa-Schützenfest 2015 gut gerüstet.

Im Sitzungsteil der Zusammenkunft übernahm Friedhelm Pauen als neuer Regionalsekretär der Region 1 nach Bestätigung Aufgabe und Amtskette. Generalsekretär Peter-Olaf Hoffmann berichtete vom klaren und deutlichen Unterstützungsbrief des Dresdner Bischofs Heiner Koch, der die Anerkennung der Ritterschaft als katholischer Verband unterstützt. Peter-Olaf Hoffmann und Justiziar Horst Thoren vermeldeten, dass im Anerkennungsverfahren „Unesco-Kulturerbe“ das Land Nordrhein-Westfalen das Schützenwesen als länderübergreifendes Projekt eingestuft und an die nationale Kommission empfohlen hat. Abschließend dankten Präsident und Generalsekretär den Peiner Schützen mit Thomas Weitling und Gebhard Gohla für ihre Gastgeberschaft. Prinz von Merode sagte: „Wir freuen uns auf das Europaschützenfest 2015 in Peine. Die Generalprobe wurde bestens gemeistert.“




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