Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Montag 08.07.2019

Schützen, wo geht es lang?

Links, Rechts, Geradeaus?


Bruderschaften oder Bürgerschützen, das Ziel vereint.
Schützen-Bruderschaften setzen sich für den Erhalt der christlichen Kultur ein, sind religiös orientiert. Bürgerschützenvereine sind ebenfalls eine Solidargemeinschaft, Engagement in Richtung Allgemeinwohl, aber nicht konfessionsgebunden. Beide Gruppen haben „Glaube Sitte Heimat“ auf den Fahnen stehen, wollen Kultur und Werte des christlich orientierten Abendland für die Zukunft bewahren.

Tradition, Werte,… sind Schützen deshalb unmodern?
Traditionen, das ist weit mehr als nur Fahnen und Uniform: dahinter verbirgt sich ein Wertegerüst, welches es überhaupt erst ermöglicht hat, das Schützen (übrigens als einzige bürgerliche Vereinigung) über Jahrhunderte hinweg die verschiedensten Staatsformen, Reformen, Kriege und Umbruchzeiten überleben konnten. Immer sind sie dabei den demokratischen Prinzipien verbunden mit Respekt und Toleranz gefolgt, sind politisch immer neutral geblieben.

Neutral bedeutet nicht „ohne Meinung“
„Heimat ist dort, wo unsere Kinder eine gute Zukunft haben“, so ein altes Sprichwort. Schützen haben seit jeher die Prinzipien von Demokratie und Freiheit vertreten. Schützen haben sich nie manipulieren oder vereinnahmen lassen, immer stand der Gedanke „was nutzt es unserer Heimat, den Familien, Menschen und Kindern“ im Vordergrund: als Widerstandskämpfer im Naziregime, die Tiroler Schützen in den Napoleonischen Kriegen aber auch im Kampf Österreichs gegen den Nationalsozialismus. Es waren die Schützen der Ukraine (Kosaken) die den Maidan im November 2013 besetzten um Freiheit zu erkämpfen.

Schützen sind patriotisch, das ist etwas völlig anderes als nationalistisch.
Schützen lieben das Land in dem sie leben aber wie sollen sie reagieren wenn sich unser Land, wie derzeit, gesellschaftlich spaltet?

Pegiga, Nolegida, gegen Rechts, Antifa und viele Andere…
Menschen gehen auf die Straße. Die Einen haben das Bild eines friedlichen multikulturellen Zusammenlebens des 21.Jahrhundert im Kopf, die Anderen sehen unseren Staat durch Ausländer ausgebeutet. Die Mehrheit der Menschen jedoch ist irritiert, rat-, und orientierungslos, - und schweigt. Zu schnell könnte man in eine unwillkommene Schablone gesteckt werden und Diskriminierung erfahren. In unserer Freiheit scheint es für viele Menschen bedrohlich geworden zu sein, eine eigene Meinung zu vertreten.

Patrioten sind Idioten
So ist es auf vielen Plakaten zu lesen. Unter diesem Motto wurde auch der mit Flaggen ausgedrückte Jubel zur Fußball WM und EM angefeindet. So gesehen wären alle Fußballfans Idioten, Bayern oder andere die Ihr Heimatland lieben, ebenfalls. Schützen natürlich inbegriffen.
Nur losgelöst von Heimat, aber auch von Werten und scheinbar auch von Pflichten, können sich solche Parolen entwickeln. Freiheit wird hier als grenzenlos erkannt, dabei vergessen das Freiheit auch Verantwortung bedeutet. Nicht wenige sehen hier die Anfänge einer Anarchie…

Nationalpark Bundesrepublik Deutschland
So würden es einige am liebsten praktizieren, Zaun Drumherum und fertig. Wobei der Vergleich mit Nationalpark /(als Art Reservat) hat was! Bekanntlich entwickelt sich die deutsche Bevölkerung seit Jahren zahlmäßig deutlich rückwärts. Wir wissen also: diesen Nationalpark werden wir in Zukunft nicht ohne Hilfe anderer bewirtschaften und Instandhalten können, es fehlt an allen Ecken und Kanten. Wir wissen auch, durch die technischen Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte ist unsere Welt global geworden, Grenzen und Kulturen verschwimmen, das sind neue Herausforderungen, Erfahrungswerte gibt es dabei keine.

Umbruch, Veränderung und Ängste
Viele Menschen in diesem Land sind verunsichert bis verängstigt, besonders weil sie diesen Umbruch und die Veränderung spüren. Terrorismus, Islamismus kommen hinzu. Alltäglich vermischen sich Bilder abgeschnittener Köpfe der IS, Meldungen von Hinrichtungen und Terroranschlägen in den Köpfen der Bürger mit Erinnerungen und Forderungen jüngster Zeit. Angefangen von Kruzifixen raus und Kopftücher rein, bis hin zu Diskussionen um Abschaffung der Martinszüge, Christkindlmärkte oder dem Weihnachtsfest.
Diese Forderungen entstanden in den Köpfen einiger (unserer) Politiker (in deren Wahlkreisen viele Andersgläubige leben) zwecks Stimmenfangs. Die Stimmung des Volkes indes richtet sich gegen den Islam, ganz besonders gegen die extreme Form dieses Glaubens.

Politisch den Anforderungen nicht immer gewachsen
Mit klaren Aussagen und Maßnahmen zu Rechten und Pflichten, zu Kultur und Umgangsformen in unserem Land, wäre viel erreicht. Aussagen, Regeln, Maßnahmen die von Muslimen und Andersgläubigen mitgetragen werden können und gleichzeitig unseren Menschen die Ängste nehmen.
Wo Menschen zusammen leben muss es auch Grenzen und Regeln geben. Schützenvereine (und Andere) haben solche Regeln, einzuhaltende Richtlinien die besagen wie man in unserer Gemeinschaft zu leben hat, hier lernen sogar schon Kinder wie man sich in eine Gemeinschaft einfügen und dabei gewinnen kann. Unsere Bürger vermissen ein entschlossenes Vorgehen gegen Extremisten ebenso wie klare und einheitliche Aussagen zu drängenden Fragen.

Toleranz ist ein wichtiges Gut, muss aber zur gegenseitigen Anerkennung führen.
Eine offene Gesellschaft in die Wege zu leiten ist nur mit einem respektvollen Umgang aller Beteiligten möglich. Deshalb finde ich persönlich es auch bedenklich, dass einseitige populistische und manipulierte Meldungen, die nur eigene Interessen vertreten, Normalität geworden sind und ihren minderwertigen Zweck erfüllen. Jeder von uns ist aufgerufen, hier genauer hin zu schauen und sich unter Umständen davon zu distanzieren.

„Glaube, Sitte, Heimat“ gleich Rechts?
Ist man patriotisch, besteht natürlich die Gefahr schnell in die rechte Ecke gestellt zu werden. Das kann man ignorieren, leidend dulden oder handeln. In der Vergangenheit haben sich Schützenvereine vornehmlich als Feiergemeinschaften präsentiert, über Werte, sozialem Gefüge oder Tätigkeiten zum Wohle der Gesellschaft wurde nicht geredet.
Bei allem Spaß an der Freud: nicht als trinkfestes Hobby wird das Schützenwesen ernst genommen werden, sondern nur wenn es sich als Art „Lebenseinstellung“ mit zugehörigen Taten, Werten und Gedanken manifestiert und präsentiert.

Wer nicht sagt wer er ist, wird schnell verkannt.
Die Folge sind dann Missverständnisse, mangelnde Akzeptanz, Vorurteile. Das Schützenwesen hat keinen Grund sich zu verstecken, aber sehr viel um sich klarer zu präsentieren.
Schützen werden meist nur als lokaler Verein wahrgenommen, dabei sind sie eine internationale Gemeinschaft, in welcher ein vereintes Europa schon in weiten Teilen gelebt wird. Schützen haben nichts gegen Ausländer, in ihren Reihen finden sich Kameraden vieler Nationen! Durch Spenden und Sammlungen werden Hilfsprojekte im In und Ausland organisiert um Bedürftigen Hilfe zukommen zu lassen. Das darf öffentlich gesagt werden! Umgekehrt sollten wir es unterlassen, populistische Meinungen aus Randgruppen zu unterstützen, das bringt uns nur in deren Nähe.

Glaubhaft bleiben
Wenn Bruderschaften keine Andersgläubigen aufnehmen, liegt das an der Bindung zur katholischen Kirche und nicht an Fremdenfeindlichkeit. Das ist die eine Seite der Religiosität, die andere Seite erfordert gelebten Glauben um öffentlich glaubhaft zu bleiben. Auch hier ist der Einzelne gefragt und gefordert seinen Beitrag zu leisten.
Was nicht nur für Bruderschaften gilt……

Siehe auch:
Schützen next Generation – Regeln für eine positive Zukunft

Autor: Rene Krombholz (c) Weitergabe (auch Auszugsweise) nur mit Quellenangabe www.schuetzenwesen.eu


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