Als digitale Zeitschrift anerkannt: Deutsche Bibliothek Berlin - Frankfurt - München - ISSN: 2190-9881 - letzte Aktualisierung: Samstag 05.12.2020

Reaktionär? Wertlos? Diskriminierend?

Der STERN über Schützenvereine.


In einem online Beitrag bringt das zum Magazin STERN gehörende Portal „Schlag zwölf“ einen Kommentar über Schützen und Schützenvereine. Leider bestätigt sich hier, was ich persönlich seit geraumer Zeit bemängele. Die Untätigkeit der Schützen (sie sagen zu wenig was sie tun und leisten) endet in einem Desaster.
Schon während des 150-jährigen Jubiläums des deutschen Schützenbundes in Köln (2011) waren eindeutige Zitate zu hören und lesen:

Wer will denn schon als normal gestrickter junger Mensch seine wenige freie Zeit mit alten grantelnden Suffköppen in einer zigarettenverqualmten Muffbude verbringen? Obendrein sind das ja auch noch Leute, die ihre Potenz nach der Größe ihres Autos und ihres Waffenschranks bemessen. Nein danke!
• ...hat schießen was mit Sport zu tun ? Diesen Uniformfestischisten mit ihren albernen Hüten und Fantasieorden gehören entwaffnet.
• … als Schütze darf sich der Kleinbürger endlich mal wichtig fühlen.
• Welcher junge Mann möchte vor seinen Kumpels schon in einer merkwürdigen Uniform erscheinen und sich der Lächerlichkeit preisgeben. Wenn man die gesellschaftliche Entwicklung betrachtet, wird es solche Vereine in Großstädten bald nicht mehr geben. Wer sich den Entwicklungen nicht anpassen kann stirbt aus, einen Verlust für die deutsche Kultur kann ich nicht wirklich erkennen.

mehr darüber hier

Jetzt, vier Jahre später, wird es provokanter. So fragt Anja Lösel in dem STERN Beitrag:
„Tja, ihr deutschen Christenschützen, nun werdet ihr nicht geschützt. Vielleicht ist euch das egal. Aber gut sieht das nicht aus: rauf auf die Liste, runter von der Liste.
Plötzlich fragt man sich nämlich:
Warum sollten Schützenvereine überhaupt geschützt werden?
Was an ihnen ist so wunderbar, dass es unter die Obhut der Unesco gestellt werden müsste?
Ihr Umgang mit Großkaliber-Waffen?
Das Rumgeballere bei sogenannten Shotevents?
Die Kalaschnikow-Meetings?
Oder die karnevalesken Aufmärsche in Phantasieuniformen und mit "Fahnenschlag"?
Auch auf Kuriositäten wie das Vogelschießen, das Ringstechen und das Scheibenschießen könnten wir gut verzichten. Und wenn die Schützen dazu noch reaktionäres Gedankengut verbreiten, dann tschüss.“
Soweit (auszugsweise) Anja Lösel
Der ganze Beitrag ist hier zu lesen

Wenn man weiß, das die Schützenvereine Deutschlands pro Monat 72 Millionen € Wertschöpfung in das Allgemeinwohl einbringen, sind solche Kommentare eigentlich schon eine Beleidigung.
Das Ganze ist meiner Meinung nach auch kein Ruhmesblatt für den STERN sondern einfach nur schlampige Arbeit, nicht recherchiert und mit vorgefasste Meinung dazu - eines Journalisten unwürdig. Aber das hilft uns nicht weiter....

Aus den Verbänden (denen ich am Wochenende diesen Beitrag übermittelt habe) konnte ich bisher keinerlei Reaktionen erkennen.
Stellung bezogen hat aktuell Britta Damm, Schützenchefin aus Düsseldorf-Niederkassel mit folgendem Statement:

Ach Frau Lösel, Sie haben so recht - Wieso sollte etwas geschützt werden, was sich flächendeckend für das Allgemeinwohl einsetzt? Etwas, was unsere Kinder von der Straße holt und dafür sorgt, dass sie früh lernen, was es heißt für einander da zu sein. Und dass eine ("Phantasie"-)Uniform auch dafür sorgen kann, dass eines keine Standesunterschiede gibt. Und dann auch noch etwas, was sich für Senioren, benachteiligte Kinder, Pflege des Stadtteils ect. einsetzt.
Etwas, was dem Stadtteil, und zwar allen Stadtteilen zumindest in Düsseldorf, wunderbare Familienfeste organisiert, wo Schützen und Nichtschützen einfach ins Gespräch kommen und ja – sie feiern auch miteinander!

Und erst die ("karnevalesken") Umzüge, wo viele Menschen (Schützen!) - in Düsseldorf sind es knapp 16.000 - sich stolz als Einheit zeigen. Die glücklich und verbunden in und mit ihrem Stadtteil sind. Die Kinder, Senioren, Frauen, Rechtsanwälte, Arbeiter gleichberechtigt in ihren Reihen haben. Und auch Reiten und Schießen, das muss man nämlich für die „Kuriositäten“ des Ringstechens und des Vogel- u/o Scheibenschießen können, ist sicher keines Schutzes Wert. Ach ja: fast flächendeckend sorgen Schützenvereine dafür, dass St. Martinsumzüge stattfinden.
Und ich könnte hier so viel weiter schreiben.

Leider finden wir Schützen häufig nur mit so einem „Schrott“ wie diesem, Eingang in „große Presse“. ICH BIN SEHR WOHL DER MEINUNG, DASS AUF DAS SCHÜTZENWESEN KEINESWEGS VERZICHTET WERDEN SOLLTE, wie Sie Frau Lösel in Ihrem letzten Satz des Artikels fordern, auch wenn es sicherlich Dinge gibt, die man ändern und verbessern kann und m.E. auch sollte.
Britta Damm

Dieser Meinung schließe ich mich an und möchte den Schützen eine Stimme geben.
Schützen die sich für Werte und Werterhalt einsetzen, tagtäglich ins Allgemeinwohl leisten sollen es nicht wert sein …? Sind wir etwa wertlos?
In den Augen von Anja Lösel wohl ja, …. aber wir präsentieren uns auch zu wenig.

Wacht doch endlich auf!!!
Jeder Schützenkamerad, jede Schützenfrau kennt das Miteinander in dieser großen (europaweiten) Familie. Wir alle empfinden diesen respektvollen Umgang untereinander, die Hilfsbereitschaft und Zugewandtheit dem Anderen gegenüber als wohltuend. Das sind humane, christlich orientierte und soziale Strukturen im Zusammenleben. Schon DAS empfinde ich als schützenswert!

Darum gibt es ab sofort die Facebookgruppe
Schützen? schützen!!!    click hier

Jeder Schützenkamerad, jede Schützenfrau kennt das Miteinander in dieser großen (europaweiten) Familie. Wir alle empfinden diesen respektvollen Umgang untereinander, die Hilfsbereitschaft und Zugewandtheit dem Anderen gegenüber als wohltuend.
Schon DAS ist schützenswert! Humane, christlich orientierte und soziale Strukturen im Zusammenleben.

Ihr sammelt und spendet für gute Zwecke, geht in die Jugendarbeit, Altenpflege und Altenheime,
Ihr kümmert Euch um Menschen denen es weniger gut geht.
Ihr diskutiert demokratisch wo Entscheidungen her müssen und trefft diese zum Wohle der Gemeinschaft und nicht nach Machtbesetzten Argumenten.
In Euren Reihen herrscht ein Gleichberechtigtes Miteinander, egal ob Promovierte, Bauarbeiter, Kaufleute oder Normalbürger, dieses ohne Standesdünkel und sogar über Grenzen hinweg.

Das ist ein Miteinander, wie es sich die meisten Menschen wünschen, es sich sogar für ein einiges Europa vorstellen könnten. Ein Miteinander in dem man sich versteht und unterstützt, wo aber auch Ordnungen und Prinzipien gelten.

Schützen wissen: nur so kann und wird es funktionieren.Aber wovon redet Ihr, wenn von Schützen die Rede ist?
Vom feiern!!!

Darum: Hier ist der Ort für Euere Meinung. Euere Überzeugung.
Euer Statement an die vielen die Euch nicht kennen.
Austausch von Ideen, Meinungen und Erfahrungen.
Wie können wir es schaffen, das traditionelle Schützenbrauchtum dorthin zu bekommen, wo es hingehört?
Wie begeistern wir Jugend und Umfeld? Wie korrigieren wir das Image?

> FORDERUNG und REGEL:
Statements die ehrlich, respektvoll und fair sind.
So, wie wir Schützen es kennen und schätzen. (Und schützen!)

Weil das gute Miteinander einer unserer Werte ist. Wer beleidigt fliegt raus!

 Darum gibt es ab sofort diese Facebookgruppe
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